1. Region

Pandemie: Corona-Inzidenz steigt in NRW auf 120,4

Pandemie : Corona-Inzidenz steigt in NRW auf 120,4

Auch in der Städteregion Aachen und in den Kreisen Düren und Heinsberg liegt der Wert deutlich über 100. Ministerpräsident Wüst mahnt schnelles Handeln an.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche ist in Nordrhein-Westfalen am Sonntag auf 120,4 gestiegen. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Am Vortag hatte die Kennziffer noch bei 112,7 gelegen.

Angesichts der steigenden Patienten- und Infektionszahlen sei nun zügiges Handeln geboten, mahnte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Sonntag via Twitter. Bund und Länder müssten sich schnellstmöglich auf einen gemeinsamen Corona-Fahrplan einigen, um die aktuelle Situation in den Griff zu bekommen. Das Virus warte nicht, bis sich in Deutschland eine neue Regierung gebildet habe.

Bundesweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 191,5 und lag damit deutlich über dem NRW-Niveau. Laut RKI gab es im bevölkerungsreichsten Bundesland 3966 neue Covid-19-Fälle binnen 24 Stunden. Das waren weniger als am Vortag. Vier Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus (Vortag: 26).

Für die Städteregion Aachen weist das RKI einen Inzidenzwert von 135,5 aus, im Kreis Heinsberg liegt der Wert bei 124,4 und im Kreis Düren bei 106,7.

Spitzenreiter im Land ist weiterhin der Landkreis Minden-Lübbecke, wo die Inzidenz wie am Vortag mit 219,8 angegeben wurde. Die niedrigste Inzidenz wies in NRW der Kreis Coesfeld mit 40,3 auf.

Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests?

Die Bundesärztekammer fordert eine schnelle Rückkehr zu kostenlosen Corona-Schnelltests. Das Ende der Kostenübernahme für sogenannte Bürgertests habe nicht dazu geführt, Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren, sagte Präsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bund und Länder sollten deshalb den Mut aufbringen, diese Fehlentscheidung im Kampf gegen das Coronavirus schnell und konsequent zu korrigieren.

Ministerpräsident Wüst verlangte kostenlose Corona-Tests für Geimpfte und Genesene. „Die hohen Infektionszahlen unter Ungeimpften führen zu immer mehr Durchbrüchen auch bei den Geimpften“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“.

Kostenlose Schnelltests für Geimpfte und Genesene würden es auch für Menschen mit wenig Geld leichter machen, sich und andere zu schützen, ohne den Anreiz zum Impfen auszusetzen.

Seit dem 11. Oktober sind Corona-Schnelltests in Deutschland nur noch in Ausnahmefällen kostenlos. Der Bund hat die Finanzierung eingestellt, viele Teststationen sind inzwischen geschlossen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass nun jeder die Möglichkeit habe, sich durch eine Impfung zu schützen.

Gratis-Schnelltests gibt es seither nur noch für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren, sowie übergangsweise für 12- bis 17-Jährige und Schwangere.

(dpa)