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180 Dosen: Corona-Impfungen in NRW haben begonnen

180 Dosen : Corona-Impfungen in NRW haben begonnen

In NRW haben die Corona-Impfungen begonnen. Die Zahl der Impfdosen ist erstmal überschaubar: 180 Portionen des Impfstoffs standen am Sonntag jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt zur Verfügung. Bis zum Jahresende werden aber landesweit weitere 270 000 Dosen erwartet.

Mit der Hoffnung auf ein normales Leben hat in Nordrhein-Westfalen das große Impfen gegen das Coronavirus begonnen. Am Sonntag konnten sich erste Bewohner von Pflegeeinrichtungen impfen lassen, nachdem das Land eine erste kleine Lieferung aus Belgien erhalten hatte. So wurde in Siegen am Morgen die 95-jährige Erika Löwer im Marienheim nach Kreisangaben geimpft. „Sie ist die erste, die bei uns geimpft wurde“, sagte der Kreissprecher. In allen 53 Kreisen und kreisfreien Städten des Landes sollten je 180 Impfdosen an Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen verabreicht werden.

„Das ist ne tolle Sache“, sagte die 92-jährige Gertrud Vogel in Köln, die laut Stadt als erste Person in der Millionen-Metropole gegen das Coronavirus geimpft wurde. „Wir hoffen, dass es bald zu einer neuen Normalität kommen kann“, sagte Gabriele Patzke, Geschäftsführerin der Sozial-Betriebe-Köln. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) unterstrich: „Ich glaube, das ist heute das schönste verspätete Weihnachtsgeschenk, das wir uns vorstellen können.“

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verwies am Sonntag beim Besuch des St. Josef-Stifts im westfälischen Emsdetten auf hohe Zahlen. „Wir haben heute 1200 Leute in Nordrhein-Westfalen, die mit Covid auf den Intensivstationen liegen.“ Möglichst rasch sollte dem Krankenhaus-Personal, das direkt mit Covid-Patienten Kontakt hat, auch ein Impfangebot gemacht werden. Dass Krankenschwester und Ärzte infiziert werden oder in Quarantäne müssen, gelte es zu verhindern.

Der Impfstoff bietet laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Perspektive für ein Zurück in ein normales Leben. Bei der ersten Lieferung handele sich zwar um eine kleine Menge. Der Impfstoff werde aber gerecht in der EU und in Deutschland verteilt und aufgestockt, sagte er am Samstag bei einem Termin am Düsseldorfer Impfzentrum. Laschet äußerte die Zuversicht, dass, „wenn wir nächstes Weihnachten hier stehen, die Pandemie überwunden sein könnte“. Er fügt hinzu: „Und das ist ein befreiendes Gefühl nach all diesen Monaten.“

Bis Jahresende erwartet das Land laut dem Gesundheitsminister rund 270.000 weitere Impfdosen. Die Hälfte davon könne sofort gespritzt und die andere Hälfte müsse für die zweite Impfung zurückgelegt werden. Im Januar sollen dann pro Woche rund 140.000 Dosen des Biontech-Impfstoffs eintreffen. Nach den Pflegeheimen und dem Krankenhauspersonal kämen die Über-80-Jährigen an der Reihe, die nicht im Heim leben. Sie würden angeschrieben und über Details informiert. In NRW gebe es 1,2 Millionen Über-80-Jährige.

Vor rund zehn Monaten, Ende Februar, war die Corona-Pandemie auch in Nordrhein-Westfalen im Kreis Heinsberg ausgebrochen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts infizierten sich in NRW bisher nachweislich über 378.000 Menschen. Fast 6000 starben an oder mit Corona.

Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigungen sprachen kurz vor dem NRW-Impfstart von einem Marathon, der mitten in der zweiten Infektionswelle starte und noch Monate dauern werde. Das Abstandhalten und Masketragen sei weiter sehr wichtig, da sich der Impfschutz erst langsam aufbauen könne, appellierten sie.

(dpa)