Bergisch-Gladbach: Conterganopfer wieder zum Hungerstreik bereit

Bergisch-Gladbach: Conterganopfer wieder zum Hungerstreik bereit

Conterganopfer nehmen einen neuen Anlauf für deutlich höhere Entschädigungen und sind dabei zum Hungerstreik bereit.

Das selbst ernannte „Hungerstreikkomitee der Conterganopfer” hat nach eigenen Angaben den früheren Contergan-Produzenten Grünenthal und die Bundesregierung angeschrieben und seine Forderungen bekräftigt.

Dazu gehören unter anderem die sofortige Verdreifachung der Rente und die Zahlung von rund einer Million Euro pro Geschädigtem. „Zur Not werden wir mit mehreren wieder in den Hungerstreik treten”, sagte Sprecher Stephan Nuding am Montag der dpa.

Anlass für den neuen Vorstoß sind Meldungen, wonach die britische Regierung plant, den 460 Opfern in ihrem Land neben einer Monatsrente von rund 2200 Euro umgerechnet 16.000 Euro jährlich zusätzlich zu zahlen. Nuding, seine Mutter und ein weiteres Conterganopfer hatten im vergangenen Jahr ihren Hungerstreik nach rund vier Wochen „vorläufig” beendet, ohne ihre Ziele zu erreichen.

Der Bundestag erhöhte im Juli letzten Jahres die monatlichen Renten für die rund 2800 Conterganopfer auf bis zu 1090 Euro. Grünenthal zahlte freiwillig 50 Millionen Euro zusätzlich in die Conterganstiftung ein.

Die von Bund und Grünenthal in die Stiftung eingezahlten über 200 Millionen Euro sind seit 1997 aufgebraucht. Seitdem finanziert der Staat die Conterganrenten.

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