Comic-Messe „CCXP“ mit „Batman“ und „Ghostbusters“ startet in Köln

99 Euro für ein Autogramm : „Comic Con“ in Köln gestartet

Wenn Wonder Woman mit Yoda tratscht und für ein Foto posiert, dann muss nicht zwangsläufig etwas schiefgelaufen sein im Nebeneinander der unzähligen Comic- und Science-Fiction-Universen. In diesem Fall ist der Grund die viertägige Messe „Comic Convention Experience“ in Köln, die am Donnerstag begann.

Es ist eine Messe für alle, die diese fiktiven Welten lieben - und sich als sogenannte Cosplayer gar kostümieren wie ihre Helden. So wie Miriam (als Charakter aus der Videospielreihe „Fallout“) und Christiane (als Comic-Heldin Tank Girl). Die beiden Frauen sind aus Essen nach Köln gekommen, Miriam hat sich an diesem Tag sogar frei genommen. „Wir nehmen so gut wie jede Convention mit, die in der Nähe ist“, erzählt sie. Bei einer Comic-Messe in Dortmund beispielsweise seien sie schon öfter gewesen.

Außer wie jetzt in Köln und eben in Dortmund gibt es solche Messen seit ein paar Jahren auch etwa in Berlin, Frankfurt oder München. In Stuttgart findet an diesem Wochenende ebenfalls eine Comic Con statt.

Längst haben die großen Comic-Verlage wie DC oder Marvel erkannt, dass sich mit Comics viel Geld verdienen lässt - und zwar nicht nur mit den Heften und Büchern. Jährlich erscheinen zahlreiche Comic-Verfilmungen, in diesem Jahr etwa „Captain Marvel“, „Avengers: Endgame“ oder „Shazam!“.

Auch die Conventions sind längst nicht mehr nur Tummelplatz für Liebhaber und Hardcore-Fans, sondern auch Umsatzquellen für die Unternehmen hinter den fiktiven Universen. In der Kölner Messehalle 7 kann man zum Beispiel ein Kostüm der Sturmtruppler aus „Star Wars“ kaufen - für 89,99 Euro. Eine LED-Lampe in Form des Pikachus aus „Pokémon“ gibt es für 39,99 Euro, Arya Stark aus „Game of Thrones“ kostet als rund 15 Zentimeter große Figur 35 Euro.

Ein anderer Star aus „Game of Thrones“, Nikolaj Coster-Waldau, kommt am Samstag auch persönlich auf die Messe in Köln. Autogramm und Selfie? Gibt es für 99 Euro, die Fans zusätzlich zum Eintrittspreis zahlen müssen. Der liegt - für die vollen vier Messetage - bei rund 130 Euro.

Norman Benner sorgt sich, dass einige Besucher deshalb bei anderen Dingen sparen - zum Beispiel beim Kauf der klassischen Comichefte. Seit rund 25 Jahren arbeitet Benner in einer Comichandlung, die Niederlassungen in Koblenz und Esslingen hat. Bei bis zu 35 Conventions im Jahr bieten er und seine Kollegen ihr Sortiment an. Vier Tonnen Hefte und Bücher haben sie mit nach Köln gebracht.

„Uns Händlern tut es gut, wie sehr die Comic-Branche derzeit im Trend ist“, sagt Benner. Auch die Akzeptanz für Comics sei gewachsen. „Früher hat man uns Fans schief angeguckt“, sagt er. Heute sei es ganz normal, mit den Heften in der Hand oder in einem Kostüm durch deutsche Innenstädte zu laufen. „Aber es wird sich zeigen, ob die Leute in ein paar Jahren immer noch bereit sind, so viel Geld für ihre Leidenschaft auszugeben“, sagt Benner.

Hier geht es zur Bilderstrecke: „Comic Con Experience“ startet in Köln

(dpa)
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