Circus Roncalli gastiert ab dem 12. April in Aachen

Romantik trifft Robotertechnik : Circus Roncalli kommt nach Aachen

Der große weiß-blaue Roncalli-Fesselballon ist auf den Werbeflächen der Region bereits gelandet und bringt ihn im Korb mit, den Geschichtenerzähler Bernhard Paul, Zirkusdirektor und im Herzen Clown: „Ich musste einen Zirkus gründen, damit ich meinen Traum erfüllen konnte, Clown zu sein“, sagte er am Montag bei der Präsentation des Programms, das vom 12. April bis 5. Mai den Aachener Blücherplatz unter dem Motto „Storyteller: Gestern-Heute-Morgen“ in den „Roncalli-Platz“ verwandeln wird.

„Heilige Erde“, schwärmt Paul. „Hier stand einst der Zirkus des großen Clowns Grog, den ich bis heute verehre, hier dürfen wir wieder zu unserem Publikum kommen.“ Romantik und Poesie werden bei Roncalli mit Umweltbewusstsein, Humanität und Fortschrittsglauben kombiniert. „Wir waren der erste Zirkus, der komplett auf Tiere verzichtet“, betont Paul. „Pferde, Elefanten und sogar ein riesiger Goldfisch sind dennoch da – als Hologramme.“ Zum nostalgischen Zirkusgefühl gehören Popcorn, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln und Würstchen. Das gibt es auch bei Roncalli wieder, aber sämtliches Geschirr ist Plastik-frei. „Auch da sind wir als Zirkus Vorreiter“, betont Paul stolz. Gleichzeitig zeichne sich das Zirkusbuffet durch ein vegetarisches und veganes Angebot sowie durch Produkte aus biologischem Anbau aus.

Die „Balance“ gelte nicht nur für Artisten. Paul: „Ein poetischer Zirkus muss in einer neuen Zeit ankommen. Deshalb holen wir den ersten Roboter in die Manege.“ Erstmals wird der „untere Mann“ einer Menschenpyramide „Pauline“ heißen.

Der Multifunktionsroboter (Wert: 200.000 Euro), der einst ein Schweißroboter war, kann eine Carbon-Pole-Strange auf neun Meter Höhe ausfahren. Er wiegt drei Tonnen und trägt bis zu 280 Kilogramm. Hoch oben werden Martin Riedel und Paul Herzfeld halsbrecherische Artistik zeigen. Straßenkünstler und Showingenieur Ulrich Kahlert hat den Roboter für das Zirkuszelt programmiert.

Direktor Bernhard Paul (links) stellte zusammen mit Clown Christirrin und Oberbürgermeister Marcel Philipp das neue Programm vor. Foto: ZVA/Harald Krömer

 Im Programm gibt es Klassiker wie „fliegende Menschen“ und bunte Clownerie, bei der Pauls Neuentdeckung „Christirrin“, ein junger Künstler aus Mexiko, die Truppe mit frischen Ideen aufmischt. Hinzukommen Unterhalter wie Breakdancer und ein Beatboxer. Rund 1500 Zuschauer finden im Zirkusrund Platz. Mit 80 historischen Wagen und restaurierten Oldtimern ist die Zirkuswelt perfekt.