Düsseldorf: BUND wünscht sich aber größere Umweltzonen

Düsseldorf: BUND wünscht sich aber größere Umweltzonen

Vor zwei Jahren wurden Abgas-Stinker erstmals aus Städten verbannt: Der Start in die Umweltzonen hat sich in den Augen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gelohnt. „Umweltzonen sind sinnvoll, weil sie helfen, die verkehrsbedingten Immissionen zu mindern”, sagte Dirk Jansen, BUND-Chef in NRW.

Genaue Zahlen über die Senkung der Feinstaubbelastung durch Umweltzonen sollen im nächsten Jahr veröffentlicht werden.

Allerdings sei der städtische Autoverkehr nur für einen Teil der Schadstoffe verantwortlich, sagte Jansen. „Hauptverursacher sind meist die regionalen Einflüsse.” Kohlekraftwerke, Industrie, Landwirtschaft, Autobahnen belasten die Umwelt ebenso, und manchmal weht mit dem Wetter verschmutzte Luft heran. Beschränkungen für den Autoverkehr wirkten rasch: „Am einfachsten und schnellsten kann man bei verkehrsbedingten Immissionen ansetzen”, sagte der BUND-Fachmann.

Die bestehenden Gebiete sind dem Experten aber zu klein: „Ich habe häufig den Eindruck, dass die Umweltzonen-Zuschnitte ein politischer Kompromiss sind”, sagte Jansen. In Düsseldorf etwa sei nur das Zentrum ausgewiesen - mit der Folge, dass der abgasträchtige Schwerlastverkehr zum Leidwesen der Anwohner in den Norden der Landeshauptstadt ausweiche.

Künftig werde neben dem Feinstaub auch der Schadstoff Stickstoffdioxid eine immer größere Rolle spielen, sagte Jansen. Beide Stoffe verursachen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

„Bis Juni 2011 müssen definitiv die Grenzwerte für EU-Richtlinien eingehalten werden.” Nach den bisherigen Erfahrungen bezweifele er, dass die Limits eingehalten werden können. „Bei bestimmten Wetterlagen könnten Fahrverbote nötig sein, wie in den 70er Jahren: Einen Tag für gerade Nummern auf dem Schild, einen Tag für die ungeraden.”

2010 folgen Bonn, Münster und Neuss

Zum Jahresanfang werden auch Bonn und Münster Umweltzonen einführen. Damit haben 14 Kommunen in NRW eine Umweltzone. Den Auftakt hat 2008 Köln gemacht, es folgten ein Verbund von neun Städten im Ruhrgebiet, Düsseldorf und Wuppertal. Mitte Februar will auch Neuss folgen.

Nach vorläufigen Ergebnissen sind 2009 an drei Messstationen die Feinstaub-Grenzwerte an mehr als 35 Tagen überschritten worden: in Krefeld (48 Tage), Essen (40) und Warstein (38).