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Versorgungslage angespannt: Bürger sollen kein Trinkwasser verschwenden

Versorgungslage angespannt : Bürger sollen kein Trinkwasser verschwenden

Bitte Wasser sparen: Weil zwei Wasserwerke in Düren und Merzenich nach dem Hochwasser abgeschaltet wurden, bittet der Netzbetreiber die Bürger, Trinkwasser sparsam zu verwenden. Anderso wird Wasserverschwendung sogar behördlich verboten.

Zum Schutz der Trinkwasserversorgung und der Wasserqualität mussten nach dem Hochwasser das Wasserwerk der Leitungspartner GmbH, einer Tochter der Stadtwerke Düren, an der Dr. Overhues-Allee außer Betrieb genommen werden. Ebenso das Wasserwerk in Obermaubach, das für den Notbetrieb vorgesehen ist. „Beide sind weiterhin nicht im Einsatz“, teilte die Leitungspartner am Freitag mit.

„Die fehlende Wassermenge kann derzeit nicht in vollem Maße ausgeglichen werden“, heißt es. Immerhin: Aufgrund der aktuellen Witterung und den feuchten Böden werde derzeit weniger Trinkwasser als Ende Juli üblich benötigt.

„Dennoch bitten die Leitungspartner als verantwortliches Unternehmen für die lokale Wasserversorgung, die Bevölkerung in Düren und Merzenich um eine sorgsame und eher zurück-haltende Verwendung des Trinkwassers.“

In Düren und Merzenich fließen jährlich rund 5,5 Millionen Liter Wasser durch die Leitungen der Privathaushalte, Gewerbebetrieben und Industrie.

Anderswo im Hochwassergebiet ist die Trinkwasserlage angespannter – und die Versorger können es nicht bei Appellen belassen. Der Zweckverband Eifel-Ahr hat am Freitag jegliche Wasserverschwendung auch für nicht von der Flut betroffene Gebiete untersagt.

Es dürften keine Autos gewaschen, keine Pflanzen gewässert und keine Pools befüllt werden, teilte der Wasserversorger SWB Regional am Freitag mit. „Der Notstand ist noch nicht vorbei, außerdem brauchen wir ausreichend Wasser für mögliche Brandfälle.“ Verstöße gegen die Anordnung zum Wassersparen würden geahndet. Zu den betroffenen Orten gehört auch Reifferscheid im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen.

Einige Orte hätten wieder an das vorhandene Leitungsnetz angebunden werden können, berichtete der Wasserversorger. Wassersparen sei besonders in den Ortsgemeinden angesagt, in denen die Hochbehälter mit Wasserwagen befüllt werden. Das sind: Ahrbrück, Aremberg, Eichenbach, Fuchshofen, Hümmel, Ohlenhard, Reifferscheid, Rodder, Wershofen und Winnerath. „Hier ist der Wasserverbrauch auf das absolut Notwendigste zu begrenzen.“

Insgesamt bleibt das Abkochgebot bestehen, sofern Wasser zum Trinken, Kochen oder zur Zubereitung von Speisen oder Getränken genutzt werde. Zum Waschen und Reinigen könne das Wasser ohne Einschränkung genutzt werden. Wer mit Schlamm und Überschwemmungswasser in Berührung komme, sollte die betroffene Stelle reinigen, um Infektionen und Hautausschläge oder Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes zu vermeiden.

(red/dpa)