Aachen: Britische Detektive sind in Aachen

Aachen: Britische Detektive sind in Aachen

Im Fall der im Alter von drei Jahren verschwundenen Maddie McCann sieht sich die Staatsanwaltschaft Aachen derzeit umlagert von britischen Medien und Detektiven.

Jetzt tauchte „ein fünfköpfiges Privatermittlerteam”, so Oberstaatsanwalt Robert Deller, in seiner Behörde auf - offensichtlich beauftragt von den Eltern des vor zwei Jahren in einer portugiesischen Ferienanlage verschwundenen Mädchens.

Das Interesse gilt einem im Klinikum Aachen liegenden englischen Krebspatienten, gegen den der Polizeidistrikt New Yorkshire die Aachener Anklagebehörde - wie berichtet - um ein Rechtshilfeersuchen gebeten hatte.

Dem wurde stattgegeben: „Ende nächster Woche werden wir den Mann in Anwesenheit der britischen Kollegen vernehmen. Die gewünschte DNA-Probe wurde bereits entnommen”, so Deller. Der wies am Freitag noch einmal darauf hin, „dass der Fall Maddie mit keiner Silbe in dem Rechtshilfeersuchen eine Rolle spielt”.

Vielmehr seien dies Spekulationen der Medien. Tatsächlich ginge es in dem Rechtshilfeersuchen zunächst einmal „ausschließlich um den Verdacht des Missbrauchs einer damals Achtjährigen im Jahre 1975”.

Gleichwohl aber will Deller nicht ausschließen, „dass H. auch zu der Entführung befragt” werde. Immerhin soll der Verdächtige einem Phantombild gleichen, das im Zusammenhang mit Maddies Verschwinden entstanden war. Laut „Mirror” bezeichnete ein Richter den mutmaßlich am Kehlkopf erkrankten Mann als „extrem gefährlich”. Der 64-Jährige lebte dem Vernehmen nach zuletzt unbehelligt in einer Aachener Mietwohnung.

Derweil beschreiben Maddies Eltern Gerry und Kate McCann im Internet ihre Gefühlslage und ungebrochene Hoffnung: „Der Schmerz und die Angst schwinden nicht. Die Entscheidung, unsere Tochter zu finden, bleibt unerschütterlich.”

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