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Briefwahl vor NRW-Kommunalwahl so gefragt wie noch nie

Mehr Anträge als je zuvor : Briefwahl vor NRW-Kommunalwahlen so gefragt wie noch nie

Zwei Wochen vor den Kommunalwahlen in NRW haben mehr Wähler die Briefwahl beantragt als je zuvor – unter anderem wegen der Corona-Pandemie. Zu spät sollten Wähler ihre Briefwahlunterlagen aber nicht anfordern.

Noch nie war die Briefwahl bei einer Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen so beliebt wie im Coronavirus-Jahr. Ob aus Sorge vor einer Ansteckung mit dem Virus im Wahllokal oder nicht - die flexible Wahl per Brief liegt im Trend. Mehrere nordrhein-westfälische Städte berichten, dass Briefwahlunterlagen vor der Wahl am 13. September öfter angefragt wurden als im gleichen Zeitraum vor den Kommunalwahlen 2014. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in mehreren NRW-Städten.

Schon zwei Wochen vor der Wahl knackt die Städteregion Aachen den Rekord an Briefwählern. Es hätten sich bereits 18 Prozent der Wahlberechtigten gemeldet – bei der vergangenen Kommunalwahl 2014 hatten insgesamt 16,5 Prozent der Wahleberechtigten per Brief abgestimmt. In Bielefeld beantragten bislang rund 16 Prozent der Stimmberechtigten die Briefwahl. Das waren rund zehn Prozentpunkte mehr als im Vergleichszeitraum vor der Kommunalwahl 2014. „Die Briefwahl ist einfach bequemer für Wähler“, sagt Ruth Goebel, Leiterin des Wahlteams in Bielefeld. „Wegen der Briefwahl können auch diejenigen wählen, die am Wahltag selbst nicht da sind.“

Auch in Münster stieg die Nachfrage im vergleichbaren Zeitraum, von 12 Prozent bei der Wahl 2014 auf 17 Prozent in diesem Jahr. Ähnlich sah es in Dortmund aus, 16 Prozent der Stimmberechtigten entschieden sich für die Briefwahl - 2014 waren es noch 10 Prozent gewesen. „Aufgrund der Corona-Pandemie trägt die Briefwahl eventuell dazu bei, dass die Wahlbeteiligung nicht sinkt“, sagt ein Sprecher der Stadt Dortmund. Andererseits mache der Briefwahltrend die Vorbereitung und Durchführung einer Wahl aber auch komplizierter, aufwendiger und teurer, teilte die Stadt Düsseldorf mit.

Bis spätestens zwei Tage vor der Wahl kann der Stimmzettel bestellt werden – allerdings muss er ausgefüllt am Wahlsonntag eingegangen sein. „Manchmal kommen Briefwahlzettel zu spät, dann werden sie aufbewahrt aber nicht mit eingezählt“, erklärt Goebel. Das geschehe aber nur selten.

Das NRW-Innenministerium empfiehlt Briefwählern daher, Unterlagen rechtzeitig anzufordern und einzusenden. Ob im Internet, per Post oder persönlich im Briefwahlbüro – es gibt verschiedene Wege, an die Briefwahlunterlagen für die Kommunalwahl und auch die Integrationsratswahl heranzukommen. „Wir sehen eine hohe Quote an Online-Beantragungen bei Wählern jeden Alters“, erzählt der Leiter des Wahlbüros in Münster, Jürgen Kupferschmidt.

Angst vor der Urnenwahl während der Pandemie brauche aber keiner haben. „Bei der Stimmabgabe ist man sicherer als im Supermarkt“, betont eine Sprecherin der Stadt Köln. Die größte Stadt des Landes rechnet mit 200.000 Briefwählern, rund 60.000 mehr als noch 2014. Demnach würde bei dieser Wahl rund ein Viertel aller rund 820.000 Wahlberechtigten ihre Stimme vorab mittels Briefwahl abgeben. „Wir erreichen dieses Jahr auf jeden Fall einen neuen Rekordwert“, sagte die Sprecherin.

Sie ist sicher: Die Briefwahl steigert auch die Wahlbeteiligung. Tausend kleine Gründe könnten manche Menschen von der Wahl am Wahltag abhalten. „Früher konnte man an der Wahlbeteiligung sogar das Wetter an diesem Tag ablesen - bei extremen Wetter war die Wahlbeteiligung geringer.“

(dpa)