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Tagebau Garzweiler: Polizei nimmt fünf Aktivisten in Gewahrsam

Tagebau Garzweiler : Polizei nimmt fünf Aktivisten in Gewahrsam

Nachdem Personen unerlaubt in den Tagebau Garzweiler bei Grevenbroich eingedrungen sind, hat die Polizei sie wegen Hausfriedensbruch, Beleidigung und Widerstand in Gewahrsam genommen

Am Mittwochmorgen war zunächst die örtlich zuständige Polizei Rhein-Kreis-Neuss informiert worden, dass fünf Personen – drei Männer und zwei Frauen – bei Grevenbroich in den Tagebau Garzweiler eingedrungen sind. Vier der Aktivisten hatten zwei Förderbänder besetzt; jeweils zwei waren mit sogenannten Lock-on-Vorrichtungen an ihren Armen aneinander fixiert.

Mit Hilfe eines Radladers wurden sie sicher zu Boden gebracht; eine der Personen wurde laut Polizei bei der Lock-on-Aktion verletzt und noch vor Ort medizinisch versorgt, wie es von Seiten der Polizei hieß. Auf einer nahegelegenen Polizeiwache wurden später die Vorrichtungen mit technischen Gerätschaften einer Sondereinheit der Polizei gelöst.

Der fünfte Aktivist hatte sich von einer Brücke abgeseilt. Im Zusammenhang mit den Protesten im Rheinischen Braunkohlerevier erhielt das Polizeipräsidium Aachen für die weitere Einsatzführung die Zuständigkeit. Die Polizei Aachen alarmierte weitere Unterstützungskräfte. Im Verlauf des Einsatzes gab die Person schließlich freiwillig die Besetzung der Brücke auf.

Der Tagebaubetreiber RWE stellte gegen alle Personen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. Gegen einen Tatverdächtigen wird zudem wegen Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Da die fünf Tatverdächtigen vor Ort keine Angaben zu ihrer Identität machten, keine Ausweispapiere mit sich führten und ihre Fingerkuppen verklebt waren, beantragte die Polizei längerfristige Ingewahrsamnahmen, nach dem Polizeigesetz NRW. Das zuständige Gericht bestätigte die Anträge für alle.

Zwischenzeitlich wurde in den Sozialen Medien ein Video verbreitet und Vorwürfe zu gewalttätigen Handlungen von Polizeibeamten erhoben. Auch diesbezüglich hat die Ermittlungskommission Hambach strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen.

(red/pol)