Bündnis fordert: Nicht nur Hambacher Forst, auch Dörfer schützen

Bündnis fordert : Nicht nur Hambacher Forst, auch Dörfer schützen

Im Streit um den Braunkohleabbau im Rheinischen Revier macht ein zivilgesellschaftliches Bündnis Druck, nicht nur den Hambacher Forst, sondern auch die Tagebaudörfer im rheinischen Revier zu schützen.

40 Organisationen haben in einem offenen Brief an die NRW-Landesregierung einen vorläufigen Stopp der laufenden Zerstörung von Dörfern an den rheinischen Tagebaugebieten gefordert. Die Kohlekommission habe mit ihrer Empfehlung zum Kohleausstieg die Weichen gestellt, dass der Hambacher Forst und die bedrohten Dörfer an den Tagebauen Hambach und Garzweiler erhalten bleiben können, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Brief.

Initiativen und Verbände machen für Ende Juni mobil, wo Tausende Teilnehmer zu Aktionen und Demonstrationen für einen konsequenteren Klimaschutz im Rheinischen Revier erwartet werden. Dabei soll auch für den Erhalt der noch sieben Dörfer im Abbaugebiet gekämpft werden.

Unterzeichner sind nach Angaben von BUND und Greenpeace auch die Menschenrechtsorganisation Fian, die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch, der Landesverband Erneuerbare Energien und der Dachverband kritischer Aktionäre. Ein Moratorium müsse so lange bestehen bleiben, bis die Vereinbarungen zur Abschaltung der Braunkohlekraftwerke im Rheinland gesetzlich fixiert seien, hieß es in dem Brief.

In dem Kommissionsbericht sei von einem Stopp der Umsiedlungen nicht die Rede, stellte dagegen der Energiekonzern RWE fest. Der Tagebau Garzweiler werde die Ortslage Keyenberg bereits Anfang der 2020er Jahre erreichen, die Nachbardörfer in den Folgejahren.

Deshalb seien beispielsweise Maßnahmen zur Absenkung des Grundwassers notwendig. Da es zu Beeinträchtigungen komme, sei eine möglichst schnelle Umsiedlung geboten. 65 Prozent der Anwesen seien bereits verkauft, viele Verhandlungen liefen. Die Zusage für einen Rodungsstopp des Hambacher Forsts bis 2020 habe weiterhin Bestand.

Die Klimaschutzbewegung will vom 20.6 bis 23.6. den Fokus auf den Tagebau Garzweiler im Rheinischen Revier setzen: Die Schülerdemonstration Fridays for Future will mit Tausenden Mitstreitern aus 15 Ländern zentral zuerst in Aachen streiken und dann am Samstag (21.6.) an einem Protestmarsch am Tagebau Garzweiler von Umweltverbänden und der Bürgerinitiative „Alle Dörfer bleiben“ teilnehmen.

Unabhängig davon hat das Aktionsbündnis Ende Gelände für Freitag (21.6.) eine Besetzung im Tagebau Garzweiler angekündigt, die bis „mindestens bis Samstag“ dauern soll. Für die Aktionstage (19.6.-23.6) sei ein Camp angemeldet worden. Nach jetziger Schätzung könnten über 6000 Leute dem Aufruf folgen, meinte Bündnis-Sprecherin Kathrin Henneberger.

(dpa)