Klimacamp 2019 und die Bilanz der Polizei zu den Teilnehmern

Ohne Aggression und Gewalt : Polizei zieht weitgehend positives Fazit zum Klimacamp

Zum Ende des Klimacamps bei Kückhoven hat die Polizei ein insgesamt positives Fazit gezogen und das Verhalten der Aktivisten gegenüber den Beamten gelobt. Nach derzeitigem Stand seien keine Personen verletzt worden.

Trotzdem ist es nach Angaben der Aachener Polizei, die für den Einsatz beim Klimacamp zuständig war, vereinzelt zu Straftaten gekommen.

Die Polizei nahm im Zusammenhang mit den Blockadeaktionen um das Kraftwerk Frimmersdorf und den Tagebau Garzweiler 19 Personen zur Feststellung der Identität in Gewahrsam. Bei fünf Personen war dies aufgrund zugeklebter Fingerkuppen nicht möglich. Die Aktivisten wurden erkennungsdienstlich behandelt und danach wieder entlassen.

Die Beamten fertigten Strafanzeigen unter anderem wegen Sachbeschädigung, Nötigung, Hausfriedensbruch und Unterschlagung an.

Bereits zuvor war es nach Polizeiangaben zu Straftaten gekommen, bei denen die Polizei offenbar einen Zusammenhang mit dem Klimacamp vermutet: Am Dienstag, 20. August, bemerkte der RWE-Sicherheitsdienst einen beschädigten Zaun am Kraftwerk Neurath und das Fehlen von Stromverteilerdosen. Ein Strafverfahren wegen Einbruchdiebstahls wurde gegen Unbekannt eingeleitet. Am folgenden Tag meldeten Mitarbeiter des RWE-Sicherheitsdienstes mehrere Sachbeschädigungen im Bereich der Lützerather Straße. Bislang unbekannte Täter beschmierten Pumpkästen, Trafohäuser, Absperrbarken und Zaunelemente mit Farbe und Fäkalien.

Am vergangenen Samstag setzten ebenfalls noch unbekannte Täter gegen 16.40 Uhr eine Pumpstation an der L277 in Jackerath/L19 in Immerath in Brand, der gelöscht werden konnte. Auch dort wurde laut Polizei ein Strafverfahren eingeleitet.

Knapp eineinhalb Stunden später meldeten Aktivisten eine Spontanversammlung vor dem Polizeipräsidium Aachen an. 35 Personen nahmen an dieser „solidarischen Aktion“ für die zur Identitätsfeststellung festgehaltenen Personen aus der Sitzblockade am Skywalk am Tagebau Garzweiler teil.

Polizeiführer Wilhelm Sauer bilanzierte trotz der vereinzelten Straftaten: „Wir waren gut aufgestellt und haben zeitgerecht, konsequent und angemessen agiert. Ich kann es nur begrüßen, dass man einem Protest öffentlich Ausdruck verleiht, ohne dass sich dabei Provokationen, Aggressionen oder Gewalt gegen meine Kolleginnen und Kollegen richten.“

(red/pol)
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