Abschaltung gefordert: Greenpeace-Aktivisten klettern auf Kraftwerks-Kühlturm

Abschaltung gefordert : Greenpeace-Aktivisten klettern auf Kraftwerks-Kühlturm

Greenpeace-Aktivisten sind am Montagmorgen auf den Kühlturm des Braunkohlekraftwerks Neurath geklettert und haben Kraftwerksabschaltungen noch in diesem Jahr gefordert.

Mit roter Farbe malten sie ein großes rotes „X“ auf den Kühlturm und hängten darunter ein gelbes Transparent mit dem Aufdruck „Abschalten“ auf. Greenpeace berichtete von 25 Aktivisten. Die Polizei sprach von 15 bis 20 Aktivisten.

Zehn Monate nach dem Plan der Kohlekommission zum Ausstieg aus der Kohleverstromung habe Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) noch immer keinen Kraftwerksblock abgeschaltet, stellte Greenpeace in einer Mitteilung fest. „Sollte Peter Altmaier den Kohleausstieg weiter ausbremsen, kündigt er damit den mühsam ausgehandelten Kohlekompromiss auf“, stellte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Smid fest.

RWE-Sprecher Guido Steffen sagte, eine Gruppe von Leuten sei über eine Steigleiter an der Außenwand auf den Kühlturm des Blocks A geklettert. Einige hätten sich von dem rund 120 Meter hohen Betonrand des Kühlturms abgeseilt. Durch die Aktion gebe es keine Beeinträchtigung des Betriebs. „Wir möchten natürlich, dass die Leute da runter kommen, aber das liegt in der Hand der Polizei“, sagte Steffen.

Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace hängen ein Banner mit der Aufschrift „Abschalten“ an einem Kühlturm des Braunkohlekraftwerks Niederaußem auf. Foto: dpa/Henning Kaiser

Die Polizei sah auch am Nachmittag keinen Anlass einzugreifen. Die Lage vor Ort sei ruhig. Von den Aktivisten, die herunterkämen, würden die Personalien aufgenommen. Die am Seil hängenden Leute befänden sich auf einer Höhe von 80 Metern, sagte eine Sprecherin.

Der Anfang 2019 unter Beteiligung von Gewerkschaften und Umweltverbänden ausgehandelte Kohlekompromiss sieht einen Ausstiegsfahrplan und das Abschalten des letzten Kohlekraftwerkes bis 2038 vor. Schon in der ersten Phase bis 2022 sollen die dreckigsten Kraftwerke als erstes vom Netz gehen. Der Kompromiss soll nach dem ursprünglichen Zeitplan bis zum Jahresende in einem Bundesgesetz festgeschrieben werden. Umweltschützer kritisieren, dass die Gesetzgebung zu langsam ablaufe.

(dpa)