Bonn: Bonn erhält nun doch eine Umweltzone

Bonn: Bonn erhält nun doch eine Umweltzone

Die Stadt Bonn soll jetzt doch eine Umweltzone erhalten. Die Bezirksregierung habe mitgeteilt, dass die zeitnahe Einrichtung einer Umweltzone unverzichtbar sei, teilte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Freitag mit.

Grundlage dafür sei eine von der bisherigen Einschätzung abweichende Rechenprognose des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen.

Die Stadtverwaltung werde die Einführung der Umweltzone konstruktiv umsetzen, hieß es weiter. So gebe es bereits einen ersten Vorschlag zur Abgrenzung der Zone. Ab wann sie verfügt werden könnte, ist der Verwaltung noch nicht bekannt.

Bislang war Bonn davon ausgegangen, auch ohne Umweltzone die Vorgaben des neuen Luftreinhalteplans erfüllen zu können. Stattdessen hatte die Stadtverwaltung die Erhöhung der Zahl der Job-Ticket-Nutzer angestrebt. Neben der Sperrung der stark befahrenen Reuterstraße für den Lkw-Durchgangsverkehr waren weitere Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz, Regenerative Energien sowie Förderung des umweltverträglichen Verkehrs eingeleitet worden.

Noch im November 2008 hatte Stadtdirektor Volker Kregel Umweltzonen als „Kapitulation des technischen Umweltschutzes” bezeichnet. Zuletzt wurden am Sonntag Umweltzonen in Düsseldorf und Wuppertal eingerichtet.

Zuvor waren in Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Mülheim an der Ruhr, Dortmund und Recklinghausen am 1. Oktober 2008 Umweltzonen in Kraft getreten. Alle Autofahrer benötigen für ihr Fahrzeug eine grüne, gelbe oder rote Plakette. Die Einteilung orientiert sich an der europäischen Abgasnorm. Schon Anfang 2008 hatte Köln als erste nordrhein-westfälische Kommune eine Umweltzone in der Innenstadt eingerichtet.

Autofahrer müssen mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt im Flensburger Bundeszentralregister rechnen, wenn sie ohne Plakette oder Ausnahmegenehmigung in einer Umweltzone angetroffen werden.

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