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Aachen: Blumen fressende Hirsche zum Abschuss freigegeben

Aachen : Blumen fressende Hirsche zum Abschuss freigegeben

Zwei Blumen fressende Hirsche in der Eifel, die regelmäßig Vorgärten heimsuchen, sind zum Abschuss freigegeben worden.

Das teilte die Kreisverwaltung Aachen am Freitag mit. Egon und Paul, wie sie von den Dorfbewohnern in Einruhr inzwischen genannt werden, streifen seit Monaten ohne Scheu vor Menschen durch Gärten und knabbern an Obstbäumen, Sträuchern und Blumen.

Der ältere Hirsch Egon könnte nach Ansicht der Behörden in der Paarungszeit aggressiv und unberechenbar werden. Deshalb sei er nach der Schonzeit im August zum Abschuss freigegeben. Seinem kleineren Begleiter Paul droht schon früher das Ende. Er sei krank und könne schon früher ins Visier genommen werden, hieß es.

Der Jagdbeirat, der die Quoten für die Saison festlegt, habe für den Bezirk bei Einruhr drei Hirsche zum Abschuss freigegeben. Nach den Regeln der Jagd wäre Egon eigentlich noch zu jung gewesen. Jetzt wird ein älterer Hirsch verschont und Egon steht auf der Abschussliste.

Gartenbesitzer hatten Schäden beklagt. Sie befürchteten außerdem, die Tiere könnten auf Kinder losgehen. „Von Egon geht zur Zeit keine Gefahr aus”, teilte der Kreis Aachen die Einschätzung von Fachleuten mit.

Mit Beginn der Brunft könnte sich das ändern. „Da möchte keiner die Hand ins Feuer legen, dass nichts passiert”, sagte der Leiter des Umweltamtes, Thomas Pilgrim.

In der Jägerschaft gehen die Meinungen über eine mögliche Gefährdung auseinander. „Die verschwinden wieder. In der Brunft haben die etwas Besseres zu tun”, sagte ein Jäger. Vor 40 Jahren soll es schon mal einen zutraulichen Hirsch in Einruhr gegeben haben. Nach Erzählungen verschwand der im Herbst zur Paarung und tauchte nicht mehr auf.