Blockaden: Mit Eilantrag gegen Polizeisperrung des Bahnhof Viersen

Blockaden mit 4000 Aktivisten geplant : Erste Demonstranten versammeln sich zu „Ende-Gelände“-Protest

Am Tagebau Garzweiler stehen die Zeichen auf Demonstration: Erste Klima-Aktivisten haben sich am Freitagnachmittag in Bedburg versammelt. Die Polizei zeigte schon am frühen Morgen deutliche Präsenz.

Die ersten Busse mit Demonstranten trafen auf einem Parkplatz in einem Gewerbegebiet ab etwa 15.30 Uhr ein. Viele der Aktivisten hatten weiße Staubanzüge, die Handwerker unter anderem tragen, mit der Aufschrift „Ende Gelände“ an. Die Polizei, die während der Aktionstage der Klima-Aktivisten massiv Präsenz zeigt, beobachtete die Entwicklungen.

Die Protestbewegung „Ende Gelände“ hatte Aktionen am oder im Tageabbaugebiet angekündigt. Der Energiekonzern RWE warnte die Aktivisten vor lebensgefährlichen Risiken auf seinen Betriebsanlagen. In Aachen veranstaltete die Bewegung „Fridays for Future“ zeitgleich ihre große Klima-Demonstration.

Per Eilantrag beim Verwaltungsgericht Aachen wollen Demonstranten erreichen, dass die Polizei die Sperrung des Bahnhofs Viersen aufhebt. Die beiden Antragsteller befänden sich nach Aussage ihres Prozessbevollmächtigten an dem Bahnhof und wollten von dort nach Aachen zur Großdemonstration „Fridays for Future“ reisen.

Das Verwaltungsgericht Aachen will nach Auskunft eines Sprechers kurzfristig am Freitag über diesen Eilantrag entscheiden. Die Polizei hatte den Bahnhof Viersen gesperrt, nachdem am Freitagvormittag rund 1000 Aktivisten auf dem Weg dorthin waren. Die Menschen kamen nach Polizeiangaben aus dem Camp des Aktionsbündnisses „Ende Gelände“, das Blockaden im Rheinischen Braunkohlerevier angekündigt habe.

Straftaten seien zu erwarten und auch gefährliche Aktionen, begründete eine Polizeisprecherin am Freitag die Sperrung. Züge würden an den Bahnhof bis auf weiteres nur noch durchfahren ohne zu halten. Ein Ein- und Ausstiegen ist damit nicht möglich. Der Energiekonzern RWE warnte die Aktivisten vor lebensgefährlichen Risiken auf seinen Betriebsanlagen.

4000 Klimaaktivisten wollen nach Angaben des Aktionsbündnisses „Ende Gelände“ am Freitag mit Blockaden im Rheinischen Revier beginnen. Im Laufe des Tages würden Tausende vom Protest-Camp in Viersen aufbrechen. Eine weitere große Aufbruchswelle sei für Samstag geplant.

Die Aktionen würden das ganze Wochenende andauern. Nach früheren Informationen hat das Bündnis die Blockaden am Tagebau Garzweiler geplant. Damit fordern die Aktivisten den sofortigen Kohleausstieg „und einen grundlegenden Systemwandel“.

Die Polizei zeigte schon am frühen Morgen deutliche Präsenz am Braunkohletagebau Garzweiler, gut 20 Kilometer vom Camp der Aktivisten entfernt. „Wir rechnen jetzt jederzeit mit einzelnen Aktionen“, sagte Sprecher Andreas Müller am Tagebau in Jüchen. Neben einer Vielzahl von Mannschaftswagen standen auch ein Wasserwerfer und ein Räumwagen der Polizei am Tagebau in Bereitschaft.

Am Freitagmorgen zog die Polizei Einsatzkräfte am Braunkohletagebau Garzweiler zusammen. Im Bild ein gepanzertes Räumfahrzeug. Foto: dpa/David Young

Die rund 1000 Demonstranten seien auf dem Weg zu Mahnwachen und Versammlungen gewesen, sagte die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Kathrin Henneberger. „Die Polizei nimmt jungen Menschen das Grundrecht, für ihre Zukunft zu protestieren“, unterstrich sie. Tausende seien auf dem Weg zu angemeldeten Versammlungen.

Am Samstag will die Klimabewegung „Fridays For Future“ (FFF) ebenfalls am Tagebau Garzweiler für einen früheren Kohleausstieg demonstrieren. Nach Empfehlungen der Kohlekommission ist ein Ausstieg spätestens 2038 geplant. Daneben soll es weitere Aktionen geben.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Anti-Kohle-Demo in Garzweiler braut sich zusammen

(dpa)
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