Aachen: Bistum stellt Auswertung vor: Kritik am Gottesdienst

Aachen : Bistum stellt Auswertung vor: Kritik am Gottesdienst

Viele anrührende Situationen und ein sehr großes Interesse verzeichnet das Bistum Aachen mit Blick auf die „Heute bei Dir“ und die „meet and eat“-Veranstaltungen, zu denen Bischof Dr. Helmut Dieser in den vergangenen Monaten eingeladen hatte.

Er richtete sich an die Menschen selbst, um zu erfahren, „wie Kirche im 21. Jahrhundert lebendig und zukunftsfähig ihren Auftrag erfüllen kann“. An 50 privaten Küchentischen holten die Kirchenleute Anregungen und Vorschläge ihrer Gastgeber ein. Daneben gab es acht „meet and eat“- Veranstaltungen. Insgesamt kamen so laut Bistum 2000 Menschen zu Wort. Und 20 Prozent von ihnen sind der Kirche eher fern. Sie mit ins Boot zu holen, war dem Bischof besonders wichtig.

Am meisten interessiert die Menschen demnach die Gestaltung der Gottesdienste. Sie sollten kreativer sein, mit lebendigen Predigten und moderner Musik. Auch das Bedürfnis, die eigenen Probleme und Sorgen im Sinne einer „Geh-hin-Kirche“ besprechen zu können, scheint groß. Weitere wichtige Themenfelder sind die Jugendlichen und junge Erwachsene, für die mehr Angebote gefordert werden, sowie die verstärkte Präsenz der Kirche in den Sozialen Medien. Online-Gemeinden per Skype wären da denkbar.

Priester sollten zudem mehr Zeit für seelsorgerische Aufgaben haben und entsprechend von Verwaltungsaufgaben entbunden werden. Dem Religionsunterricht kommt nach Meinung der Gesprächspartner eine große Bedeutung zu. Und die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Gemeinden sollten die ihnen gebührende Wertschätzung erfahren.

Besonders am Herzen liegt den Menschen auch, dass Geschiedene sich erneut verheiraten können, und dass in konfessionsverbindenden Ehen auch der Partner an der Kommunion teilnehmen kann. Kritisiert wurde laut Generalvikar Dr. Andreas Frick die Einstellung der Kirche zur Homosexualität. Auch das Zölibat und die Rolle der Frau kamen zur Sprache.

Frick zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen. Damit sei der erste Meilenstein des ehrgeizigen Projektes erreicht, das Dieser schon in seiner Neujahrsansprache 2017 angekündigt hatte. Der „synodale Gesprächs- und Veränderungsprozess“ geht im November dann mit drei Themenforen in Viersen, Aachen und Krefeld in die nächste Phase. So sollen bis zum Jahr 2021 Vorschläge gesammelt werden.

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