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Aachen: Bistum rudert bei Regionaldekanen zurück

Aachen : Bistum rudert bei Regionaldekanen zurück

Die Zahl der Regionaldekane im Bistum Aachen bleibt bei acht.

Das haben Bischof Heinrich Mussinghoff und Generalvikar Manfred von Holtum entschieden und dies den Gemeinden in einem Brief mitgeteilt.

Allerdings werden sich die acht Regionaldekane vier Büros teilen - und ihre Aufgaben werden neu definiert. Wie, das werde laut Bistumssprecher Reiner Schirra zurzeit noch besprochen.

Auch die Standorte der Regionalbüros stehen nun fest: Für die Regionen Aachen- Stadt und -Land wird das Büro in der Region Aachen-Stadt liegen, für Düren und Eifel in Düren, für Kempen-Viersen und Krefeld in Kempen-Viersen und für Mönchengladbach und Viersen in Mönchengladbach.

Das Bistum habe eingesehen, dass der Einsatz von acht Regionaldekanen im seelsorgerischen Bereich nötig sei, so Schirra auf Anfrage. Ursprünglich sollte die Zahl halbiert werden.

Überdies werden in dem Brief Stützpfeiler des Bistumssparpakets noch einmal zementiert.

Im Einzelnen: Die Schlüsselzuweisungen an die Gemeinden werden bis 2007 um insgesamt fast ein Viertel - genau um 23,7 Prozent - abgesenkt.

Dafür dürfen die Gemeinden und die Kirchengemeindeverbände selbst entscheiden wie sie dieses Geld für Personal - etwa für Sakristane, Kirchenmusiker, Sekretariatsmitarbeiter und Hausmeister - ausgeben.

Fest steht damit aber auch, dass es in den Gemeinden zu einem deutlichen Personalabbau kommen wird. Das Bistum empfiehlt, dass in jeder Gemeinschaft von Gemeinden (GvG) mindestens ein Kirchenmusiker mit voller Stelle tätig sein soll.

Das Bistum hält an dem Plan fest, vier Dienstleistungszentren einzurichten, „die die Gemeinden unter anderem auch in allen verwaltungstechnischen Fragen unterstützen werden”. Auch hier werde zurzeit ein Konzept ausgearbeitet. Diese Form der Zentralisierung stößt in den Kirchenvorständen und Pfarrgemeinderäten auf scharfe Kritik.

Vor Ort, so Generalvikar von Holtum, werde es ehren- oder nebenamtliche Mitarbeiter geben müssen, die als Verbindungspersonen zu diesen Zentren fungieren. Umgekehrt solle es für jede Kirchengemeinde oder für jeden Kirchengemeindeverband in den Zentren einen Ansprechpartner geben.

Abstand genommen hat das Bistum von dem Vorhaben, die Bildung von Kirchengemeindeverbänden bis Anfang 2007 bindend vorzuschreiben. Dennoch sei es notwendig, dass auf GvG-Ebene deutlich höhere Synergieeffekte erzielt werden müssten, als das bisher in den einzelnen Gemeinden der Fall sei. Daher werde die Einrichtung von Kirchengemeindeverbänden weiter empfohlen.

Zuletzt macht der Generalvikar deutlich: Mit Fusionen von Kirchengemeinden müsse man sich stärker als bisher beschäftigen, da sie notwendiger würden, „um die Pastoral und die finanziellen Überlebenschancen der Kirche am Ort zu sichern”.