Woelki hocherfreut über mahnende Worte von Papst Franziskus

Brief an deutsche Katholiken : Rainer Woelki hocherfreut über mahnende Worte des Papstes

Der in innerkirchlichen Fragen als sehr konservativ geltende Kardinal Rainer Woelki aus Köln hat sich hocherfreut über den am Samstag veröffentlichten Brief von Papst Franziskus an die deutschen Katholiken geäußert.

„Der Papst spricht mir aus dem Herzen“, teilte der Chef des größten deutschen Bistums mit. Die Krise der Kirche sei in erster Linie eine Glaubenskrise. Deshalb dürfe es den deutschen Katholiken nicht in erster Linie um den „perfekten Apparat“ gehen, sondern um spirituelle Erneuerung aus der christlichen Botschaft heraus.

Papst Franziskus warnte die Katholiken in Deutschland in seinem Schreiben vor voreiligen Schritten. Die beste Antwort auf die „vielen Probleme und Mängel“ liege nicht in einem „Reorganisieren der Dinge, in Veränderungen und in einem "Zurechtflicken"“, schrieb das Katholikenoberhaupt. Vielmehr müsse die Evangelisierung im Vordergrund stehen.

Die katholischen Bischöfe in Deutschland hatten im März einen Reformprozess angekündigt, den sie „synodalen Weg“ nennen. Gesprochen werden soll in diesem Zuge unter anderem über den Umgang der Kirche mit Macht, die umstrittene Ehelosigkeit von Priestern (Zölibat) und die Weiterentwicklung der katholischen Sexualmoral.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn fasste die Kernbotschaft des Briefs von Franziskus wie folgt zusammen: „Es darf uns nicht zuerst um neue Systeme und Strukturen gehen, sondern um eine wirkliche Bekehrung und Hinwendung zu Gott und zum Nächsten.“ Der Aachener Bischof Helmut Dieser kommentierte: „Mich beeindruckt, wie deutlich der Heilige Vater die Gefahren beschreibt, die den Weg der Synodalität begleiten und ihn um seine Fruchtbarkeit bringen können.“

(dpa)
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