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Nach Segnung von Homosexuellen: Regenbogenfahnen an Kölner Kirche angezündet

Nach Segnung von Homosexuellen : Regenbogenfahnen an Kölner Kirche angezündet

Die Segnung homosexueller Paare wurde von vielen herbeigesehnt. Bei einigen weckt sie jedoch Aggressionen gegen das Symbol der Szene: Regenbogenfahnen gehen in Flammen auf.

Unbekannte haben von einer Kirche in Köln zwei Regenbogenfahnen abgerissen und angezündet. Die Gemeinde habe am Mittwoch Strafanzeige erstattet, wie ein Sprecher der Polizei bestätigte. Der Staatsschutz übernahm die Ermittlungen. Zuvor hatte der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet.

Die Regenbogenfahne ist ein Symbol von unter anderem lesbischen, schwulen, bisexuellen und Trans-Menschen und gilt als Zeichen für Toleranz und die Vielfalt des Lebens.

Am vergangenen Sonntag hatte die Gemeinde im Stadtteil Lindenthal während eines Open-Air-Gottesdienstes homosexuelle Paare gesegnet und damit auch das zuvor ausgesprochene Segnungsverbot des Vatikans kritisiert. Der Segnungsgottesdienst war Teil der Initiative #liebegewinnt, wie die Gemeinde auf ihrer Website mitteilte. Vertreter der Gemeinde waren am Donnerstag zunächst nicht zu dem Vorfall zu erreichen.

„Wer Regenbogenfahnen anzündet, begeht ein abscheuliches Hassverbrechen, das wir auf das Schärfste verurteilen“, kritisierte Nordrhein-Westfalens stellvertretender Ministerpräsident Joachim Stamp am Freitag. „Nordrhein-Westfalen ist stolz auf seine gesellschaftliche Vielfalt, die uns als Ganzes stärker macht. Deshalb hissen wir an unserem Ministerium mehrmals im Jahr die Regenbogenfahne“, erklärte der Familienminister. „Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen, damit Liebe gewinnt.“

(dpa)