Erzbistum Köln bilanziert: Ist der Dom immer noch nur 27 Euro wert?

Erzbistum Köln bilanziert : Ist der Dom immer noch nur 27 Euro wert?

Das größte katholische Bistum in Deutschland legt wieder einmal seine Finanzen offen. Die Transparenz überzeugt allerdings nicht jeden - und dabei geht es noch nicht mal in erster Linie um den Kölner Dom.

Das Erzbistum Köln veröffentlicht am Donnerstag (10.30 Uhr) seine Jahresbilanz für 2018. Seit 2015 legt das größte katholische Bistum in Deutschland jedes Jahr eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung vor, ähnlich der Jahresbilanz einer Aktiengesellschaft. Das Vermögen des Erzbistums beläuft sich demnach auf 3,5 Milliarden Euro. Der Kölner Dom taucht allerdings nur mit einem symbolischen Wert von 27 Euro auf: Schließlich könne man ihn niemals zu Geld machen, heißt es dazu - im Gegenteil: Der Unterhalt koste Millionen.

Die Transparenz der katholischen Kirche überzeugt allerdings nicht jeden. Das Recherchenetzwerk „Correctiv“ hatte in diesem Jahr gegen das Erzbistums geklagt. Es wollte zum Beispiel wissen, in welche Aktien die Kirche ihr Geld investiert hat und ob darunter zum Beispiel Kohle-, Öl- oder Gasunternehmen sind. „Keiner der 23 Millionen deutschen Katholiken hat die Möglichkeit, nachzuvollziehen, wo seine Kirchensteuern hinfließen“, kritisierte „Correctiv“. Das Verwaltungsgericht Köln entschied allerdings, dass die Kirche der Presse keine Auskunft über die Verwendung von Kirchensteuermitteln geben muss.

(dpa)
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