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Bätzing in Kevelaer: Gottesdienste in NRW wieder erlaubt

Bätzing in Kevelaer : Gottesdienste in NRW wieder erlaubt

Wochenlang konnten Gläubige wegen der Corona-Krise keine gemeinsamen Gottesdienste feiern. Ab Freitag ist das nun wieder möglich – allerdings mit starken Einschränkungen. Eine große Messe hat es bereits in Kevelaer gegeben.

In den Kirchen in Nordrhein-Westfalen dürfen von diesem Freitag an wieder Gottesdienste mit Besuchern gefeiert werden – unter strengen Coronavirus-Schutzmaßnamen. So soll in evangelischen Kirchen nicht gesungen werden. In katholischen soll die Kommunion mit einer Zange oder mit Plastikhandschuhen ausgereicht werden.

Eben deshalb wird damit gerechnet, dass sich der Andrang der Gläubigen in Grenzen halten wird. Die Pfarrer seien derzeit auch noch sehr zurückhaltend damit, überhaupt Gottesdienste anzubieten, sagte ein Sprecher des Bistums Essen. Viele fänden, dass unter den strengen Auflagen ein würdiger Gottesdienst eigentlich gar nicht möglich sei. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sagte, der Gesundheitsschutz müsse weiterhin Vorrang haben.

Zumindest eine große festliche Messe hat es an diesem Freitag aber doch gegeben: Zum Auftakt der Wallfahrtssaison in Kevelaer am Niederrhein predigt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Georg Bätzing.

Er hat das Coronavirus als „Plage der Menschheit“ beschrieben. „Wie eine Dornenkrone hat sie sich auf unser Leben gelegt und verursacht so viel Leid, Tod, Ängste und Unheil. Das alles wird uns über Jahre und Jahrzehnte belasten“, sagte der Limburger Bischof. Nach Angaben des Wallfahrtsleiters Rainer Killich nahmen etwa 130 Menschen an der Messe in dem kleinen Ort am Niederrhein teil – 150 hätten in die Basilika gedurft. „Der Andrang hielt sich sehr in Grenzen“, sagte Killich. Offenbar hätten sich viele Gläubige entschieden, den Gottesdienst vorsichtshalber lieber im Fernsehen oder Internet zu verfolgen.

Bätzing erinnerte an Schwerkranke und Sterbende in Krankenhäusern, die ihren letzten Weg aufgrund der Besuchsverbote allein gehen müssten. Auch Kurzarbeit und Existenzsorgen belasteten viele Menschen. Dem stehe aber auch Positives gegenüber, so „eine neue Wertschätzung für unser System von Absicherung und Vorsorge in Staat und Gesellschaft“.

Der Zentralrat der Muslime (ZMD) rät seinen Moscheegemeinden zunächst zur Zurückhaltung bei einer möglichen Öffnung zum Freitagsgebet. Menschenleben und Gesundheit hätten im Islam oberste Priorität, sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman A. Mazyek.

Die NRW-Landesregierung und Kirchenvertreter hatten sich in der vergangenen Woche darauf geeinigt, dass ab Mai unter Auflagen wieder Gottesdienste und Versammlungen zur Religionsausübung stattfinden dürfen.

(dpa)