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Synode des Evangelischen Kirchenkreises: „Es kommt darauf an, positive Bilder zu entwickeln“

Synode des Evangelischen Kirchenkreises : „Es kommt darauf an, positive Bilder zu entwickeln“

Etwas mehr als 100 Frauen und Männer haben am Samstag bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Aachen in Stolberg unter anderem ihren Haushalt beschlossen.

Das alte Thema bleibt das neue: Frieden, neue Perspektiven für eine Welt ohne Waffen und eine befriedete Gesellschaft – das beschäftigte am Freitag und Samstag die etwas mehr als 100 Frauen und Männer, die als Abgeordnete ihrer Kirchengemeinden zwischen Baesweiler und Roggendorf bei Mechernich in der Eifel das Parlament der evangelischen Christen in der Region bilden.

Zugleich beschlossen die Synodalen im Ökumenischen Gemeindezentrum an der Frankentalstraße im Zentrum von Stolberg den Haushalt des Evangelischen Kirchenkreises Aachen. Dessen Leiter, Superintendent Hans-Peter Bruckhoff, setzt in seinem Jahresbericht den Grundton der Kreissynode und wies dabei auch auf die politischen Rahmenbedingungen des kirchlichen Wirkens hin: „Unser Europa ist solidarisch, offen und sozial“, rief er aus und wies darauf hin, „dass meinem Verständnis des Evangeliums die Politik und Propaganda der AfD nicht vereinbar sind mit dem christlichen Menschen- und Weltbild.“

Das Friedensthema führte Ralf Becker ein, Mitglied einer ökumenischen Lebensgemeinschaft in Nordhessen und Mitautor des Szenarios „Sicherheit neu denken“. Kernpunkt: Eine Kampagne der Kirchen und anderer gesellschaftlicher Kräfte soll darin münden, dass Deutschland bis 2040 auf bewaffnete Kräfte verzichtet und statt dessen seine Sicherheitspolitik ausschließlich mit zivilen Mitteln betreibt. Die Bundeswehr soll dabei komplett zu einem technischen Hilfswerk umgeformt werden.

Die Annahme der Studie durch die Kirchenparlamentarier fußt im Kirchenkreis in einer längeren Tradition. So wies Superintendent Bruckhoff darauf hin, dass die Kreissynode schon in der Vergangenheit auf übergeordneter Ebene die Ächtung aller atomarer, biologischer und chemischer Waffen eingefordert habe. Axel Schneider, pensionierter Schulleiter aus Aachen und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Frieden im Kirchenkreis, definierte die evangelische Kirche als „Kirche des gerechten Friedens“ und folgerte: „Militärisches Eingreifen schafft nicht mehr Sicherheit.“ Seiner Mitstreiterin, Pfarrerin Folke Keden-Obrikat, will wie die anderen Synodalen nicht bei dieser Erkenntnis stehen bleiben: „Es kommt darauf an, positive Bilder zu entwickeln, die Mut machen.“ „Der Prozess geht weiter“, fügt sie hinzu – und sagt direkt, wie das aussehen soll: Trainings für gewaltfreies Handeln sollen dafür sorgen, dass der Wunsch nach gelebtem Frieden im Alltag Widerhall findet.