Düsseldorf: Stadtdechant will gegen Amtsenthebung vorgehen

Vorwurf der sexuellen Belästigung : Beurlaubter Stadtdechant will gegen Amtsenthebung vorgehen

Der wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung beurlaubte Stadtdechant von Düsseldorf will seine durch den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki eingeleitete Amtsenthebung anfechten.

„Ich habe mir nichts vorzuwerfen, weder strafrechtlich noch moralisch“, ließ Ulrich Hennes über seinen Anwalt mitteilen. „Deshalb werde ich alle rechtlichen Möglichkeiten wahrnehmen, um mich gegen diese von mir als sehr ungerecht empfundene Entscheidung zu wehren.“ Die Vorwürfe seien an den Haaren herbeigezogen.

Woelki hatte Hennes zuvor seines Amtes entbunden. Zugleich sei gegen ihn ein Verfahren zur Amtsenthebung als Pfarrer eingeleitet worden, teilte das Erzbistum Köln am Mittwochabend mit. Eine kircheninterne Untersuchung habe Ergebnisse zutage gefördert, die das Vertrauen in den Dechanten nachhaltig erschüttert hätten. Der Geistliche habe „das besondere Vertrauen, das ihm als Priester entgegengebracht wurde, für seine Interessen ausgenutzt“. Laut Erzbistum soll Hennes an einem 20 Jahre alten Mann, der sich an ihn als Seelsorger gewandt hatte, sexuelle Handlungen vorgenommen haben.

Hennes' Anwalt wies am Donnerstag darauf hin, dass sowohl ein staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren als auch ein kirchenrechtliches Untersuchungsverfahren seinen Mandanten entlastet hätten. Beide Verfahren hätten ergeben, dass ihm „keinerlei Vorwürfe sexueller Übergriffigkeit oder sonstige strafrechtlich relevante Vorwürfe zu machen“ seien.

(dpa)
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