1. Region

Abkühlung folgt ab Donnerstag: Bislang wärmster Tag des Jahres erwartet

Abkühlung folgt ab Donnerstag : Bislang wärmster Tag des Jahres erwartet

Schon das lange Pfingstwochenende bescherte Deutschland vielerorts schönstes Wetter – nun wird es noch sommerlicher. Aber auch, wer den Regen herbeisehnt, darf sich sehr bald freuen.

Das Wetterhoch Steffen hat die Region am Dienstag im Griff. In einigen Teilen Deutschlands wird mit Temperaturen über 30 Grad der bisher heißeste Tag des Jahres erwartet.

Auch in Aachen klettern die Temperaturen auf bis zu 26 Grad, in der Eifel wird es mit 25 Grad nur wenig kühler. Laut Bodo Friedrich vom Wetterdienst Eifelwetter.de lassen einzig die Federwolken am Himmel erkennen, dass ein Umschwung naht. Die Federwolken ziehen südwestlich ins Land hinein und deuten an, dass es innerhalb der nächsten 48 Stunden regnen wird. Ab Donnerstag meldet sich in der Region ein Tiefdruckgebiet an, das bis Montag anhält. Zwar kommt es dadurch zum langersehnten Regen, allerdings soll es auch kräftig gewittern. Dem ausgedürrten Boden hilft das laut Friedrich jedoch nicht. Dieser kann den kurzfristigen Starkregen nicht vollständig aufnehmen, ehe es wieder heiß und trocken wird.

Nächste Woche Dienstag zieht dann wieder ein Hochdruckgebiet in die Region. Ansteigende Temperaturen und fehlender Niederschlag bringen den Sommer für die gesamte Woche zurück.

So wird das Wetter in Deutschland

Nur im äußersten Osten Deutschlands, an Oder und Neiße, könne es am Dienstag auch wolkig werden und sogar regnen oder gewittern, meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD).

Richtig sommerlich wird es vor allem im Westen des Landes. Am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, im südlichen Emsland und im Münsterland seien die Chancen am höchsten, dass die 30 Grad erreicht oder gar überstiegen werden, sagte der DWD-Experte. Etwa 29 Grad werden zum Beispiel in Köln, Bonn und Koblenz erwartet. 29 Grad wurden in diesem Jahr bislang zweimal erreicht – am 21. und am 22. Mai.

Bereits zur Mittagszeit wurden am Dienstag in Duisburg 27 Grad gemessen. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn waren es jeweils über 26 Grad. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) könnte gegen 17 Uhr die 30-Grad-Marke überschritten werden. Wo genau, ist noch offen.

Doch am Mittwoch verändert sich das Wetter. Im Laufe des Tages soll es von Westen her zunehmend wolkig werden, außerdem kann es schauern. Immerhin noch bei etwa 24 bis 28 Grad. Schon am Donnerstag sollte man sich vielerorts lieber einen Pulli oder eine Jacke zum Überziehen mitnehmen. Dann wird es voraussichtlich deutlich kühler und feuchter. „Das ist schon ein markanter Sprung“, sagte der Meteorologe.

„Wer einen Garten hat oder Landwirte werden sich über Regen freuen“, sagte DWD-Meteorologin Ines von Hollen am Dienstag in Essen. Die Temperaturen sinken deutlich auf dann nur noch 15 bis 18 Grad.

Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW hofft, dass die Vorhersage auch eintrifft. Er ist allerdings pessimistisch, was die Regenmengen angeht. „Die Regendefizite der letzten Monate kann man nicht ausgleichen“, sagte er. Seit Mitte März habe es kontinuierlich zu wenig bis gar nicht geregnet bei gleichzeitig starker Verdunstung. „Es müsste regelmäßig regnen und nicht nur alle drei Wochen.“

Von Hollen rechnet für Donnerstag mit flächendeckend mindestens fünf Litern Regen pro Quadratmeter. In einigen Gebieten könnten es auch zehn oder mehr sein. Schauer soll es auch am Freitag geben, fünf Liter Regen pro Quadratmeter würden dann aber nur noch vereinzelt erreicht. Mit maximal 15 Grad soll es dann sogar noch etwas frischer als am Vortag werden. Am Wochenende bleibt es wechselhaft bei bis zu 16 Grad.

Die Waldbrandgefahr nimmt entsprechend von Tag zu Tag ab. Am Freitag soll sie landesweit auf die niedrigste Stufe fallen, die Gefahr also nur noch „sehr gering“ sein.

Für die Meteorologen hat der Sommer am Montag begonnen. Erst am Freitag legte der DWD seine vorläufige Bilanz für den Frühling 2020 vor. Demnach war das Frühjahr in Deutschland eines der sonnigsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen und wie bereits in den Vorjahren ziemlich warm. Mit 9,2 Grad lag der Temperaturdurchschnitt um 1,5 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990.

Gleichzeitig war das Frühjahr erneut deutlich zu trocken. Mit rund 108 Litern Niederschlag pro Quadratmeter fielen nur gut 50 Prozent des vieljährigen Durchschnitts.

(aha/dpa)