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Aachen/Alsdorf: „Bilderbuchehe” endet in tödlichem Streit

Aachen/Alsdorf : „Bilderbuchehe” endet in tödlichem Streit

Es war das blutige Ende eines schon länger schwelenden Ehekonfliktes.

Weil er seiner Ehefrau nach 16 Jahren „Bilderbuchehe” die Kehle durchschnitten und seine Schwägerin durch mehrere Messerstiche schwer verletzt hatte, ist ein 40 Jahre alter Familienvater am Montag vom Landgericht Aachen zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden.

Die Richter werteten die Taten in Alsdorf vom 13. April dieses Jahres als Totschlag und versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Die Tragödie habe seinen Anfang im Herbst 2003 mit einem langwierigen Hausumbau genommen.

Während dieser Phase habe sich die Frau einem anderen zugewandt, was der Ehemann, der dies Ostern erfuhr, als endgültigen Vertrauensbruch angesehen habe. Am Tattag habe er in aller Frühe diverse Messer gekauft, um sie demnächst auf der Baustelle zu verwenden.

Eines der neuen Messer habe er mitgenommen, als er seine Ehefrau ein letztes Mal in Alsdorf besuchte, um sie - nötigenfalls unter Drohungen - umzustimmen und ihr den neuesten Baufortschritt zu zeigen. Sie aber habe nur mit Überheblichkeit und Arroganz reagiert, so das Gericht.

Da sei der Angeklagte, der sich seiner Existenzgrundlage entzogen gefühlt habe, regelrecht „ausgetitscht”, wie es die Schwägerin einmal beschrieben hatte. „Von einer Sekunde zur nächsten war die Katastrophe Realität”, sagte der Vorsitzende Richter Gerd Nohl. Die Kammer geht von einem absichtlichen, zielgerichteten wie auch brutalen Verhalten des Angeklagten zum Tatzeitpunkt aus.

Von einem minderschweren Fall könne keine Rede sein - das sei bei einem Tötungsdelikt ohnehin nicht angemessen, reagierte Nohl auf das Plädoyer des Verteidigers, der zweieinhalb Jahre gefordert hatte. Allerdings will sich die Kammer dafür einsetzen, dass der Angeklagte und seine beiden getrennt voneinander aufwachsenden Kinder (15 und sieben Jahre alt) so bald wie möglich wieder zusammen kommen können. Nohl sprach von baldigem offenen Vollzug und Entlassung nach Halbstrafenverbüßung.