Vossenack: Biker-Strecke Panoramastraße: Bürgerinitative sieht Verbesserung

Vossenack: Biker-Strecke Panoramastraße: Bürgerinitative sieht Verbesserung

„Wenn wir in den vergangenen Jahren nicht so hartnäckig gewesen wären, dann hätte sich hier gar nichts getan. Wir werden an der Sache dranbleiben“, sagt Rolf Wenzler. Die Sache — das ist der Motorradverkehr auf der Panoramastraße zwischen Vossenack und Schmidt. Das sind Lärm und Raserei, die einigen Anwohnern schon lange die Nerven rauben.

Rolf Wenzler ist einer von denen, die sich in der Bürgerinitiative gegen diesen Lärm und die Raserei wehren. Und der lange Kampf zeigt erste Wirkung: „Die Situation hier bessert sich langsam“, zieht er ein Zwischenfazit der bisherigen Motorradsaison. Für Freudensprünge sei die Zeit aber noch nicht gekommen, es sei besser geworden — aber eben „noch nicht gut“.

Denn noch immer treffe er Motorradfahrer an, die sich mit Kamera und Stoppuhr an der beliebten Strecke positionieren. Und es versteht sich von selbst, dass die Bürgerinitiative sich noch mehr großangelegte Schwerpunktkontrollen wünscht, wie sie eine bereits im Mai stattgefunden hat. Sie glaubt, dass solche Einsätze häufiger stattfinden müssen, damit die Wirkung auch nachhaltig bleibt und nicht wieder nachlässt.

Trotzdem freut Wenzler sich über die langsame Verbesserung der Lage. Ihm zufolge ist diese vor allem auf den Einsatz des Provida-Krads zurückzuführen, darauf, dass die Motorradpolizisten gezielt diejenigen ansprechen, die die Strecke immer wieder rauf und runter fahren. Gerade die sind den Anwohnern ein besonders stechender Dorn im Auge.

„Jener Personenkreis stellt die Hauptzielgruppe im Rahmen der Überwachungsmaßnahmen dar“, sagt Provida-Polizist Volker Heinen, der auf der Panoramastraße seinen Arbeitsschwerpunkt hat, aber auch auf den anderen Unfallhäufungsstrecken unterwegs ist. Auch er findet, dass sich die Situation verbessert habe: „Hinsichtlich der örtlichen Motorradszene ist ein Verdrängungseffekt entstanden. Auffällige Motorradfahrer wurden gezielt angesprochen“, erläutert Heinen. Einen geringen Einfluss hätten die Maßnahmen auf den Durchreiseverkehr.

Der Einsatz des Provida-Krads und die Gespräche der Motorradpolizisten mit den Bikern haben gegenüber anderen Tempomessungen einen ganz entscheidenden Vorteil. Denn als Provida-Fahrer werde man als Motorradfahrer wahrgenommen, und genieße somit eine hohe Akzeptanz, sagt Volker Heinen.

„Es gab in diesem Jahr bisher etwa 60 Einsätze auf der Panoramastraße“, resümiert Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU), der mit Blick auf den Lärm und die Raserei ebenfalls Fortschritte sieht. Die Bandbreite der Einsätze reiche von einer kurzen Befahrung mit dem Zivil- oder Polizeimotorrad bis hin zu langen Einsätzen des Provida-Krads und Laser-Tempomessungen.

Dabei seien etwa 250 Maßnahmen ergriffen worden. Dazu gehören Knöllchen ebenso wie vier Weiterfahrverbote wegen zu hoher Lautstärke, die bei der Schwerpunktkontrolle im Mai ausgesprochen wurden. „Ich gehe davon aus, dass auch die erste Beschlagnahmung eines technisch nicht einwandfreien Motorrades in der Szene Eindruck hinterlassen hat“, sagt Spelthahn — mit der Aktion habe man ein Zeichen gesetzt.

Und der Landrat kündigt an, dass es in diesem Jahr noch weitere groß angelegte Aktionen mit Lärmmessungen geben werde. Nach Ansicht der Bürger ist das unerlässlich, um weitere Verbesserungen zu erzielen.

Ein Unfall mit Verletzten

Spelthahn hält den eingeschlagenen Weg für zielführend — auch wenn er weiß, dass sich die Anwohner mehr wünschen. „Die Polizei hat endliche Kräfte. Wir können daher nicht Tag und Nacht vor Ort sein. Dann würden die Kräfte an anderen Stellen fehlen.“ Der Landrat steht weiterhin zu der Entscheidung gegen eine Streckensperrung, schließlich könne man ja sehen, wie andernorts Streckensperrungen von Gerichten einkassiert würden. Die Kreispolizeibehörde stimmt zudem der Blick in die Unfallstatistik optimistisch: „Bislang hat es auf der Panoramastraße in diesem Jahr nur einen Unfall mit verletzten Motorradfahrern gegeben“, teilte Sprecherin Ingrid Königs mit.

Zurück zu der Motorradgruppe, die Wenzler mit Stoppuhr und Kamera erwischt hat: „Ich habe mit den Fahrern gesprochen, ihnen erklärt, wie die Situation ist. Sie hatten Verständnis und haben eingepackt“, erzählt Wenzler erfreut über ein gutes Gespräch — so seien aber eben nur sehr wenige verlaufen.