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Aachen: Bewerbung im Ausland muss perfekt geplant sein

Aachen : Bewerbung im Ausland muss perfekt geplant sein

Obwohl sich auch bei uns in Deutschland langsam aber sicher der Aufschwung bemerkbar macht, ist Auswandern noch immer ein Thema für viele Menschen. TV-Dokumentationen, wie etwa die vom Pfingstwochenende, in der das ZDF eine Familie aus Bremerhaven auf dem Weg in ihr neues Leben nach Kanada begleitete, haben derzeit Konjunktur.

Noch größer ist das Interesse an Jobs im Ausland. Die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesanstalt für Arbeit registriert jährlich eine wachsende Zahl von Menschen, die im Ausland auf Jobsuche gehen. Arbeitnehmer zieht es zunehmend in fremde Gefilde.

Wer davon träumt, dort zu ar-beiten, wo andere Urlaub machen, muss allerdings einiges dafür tun - blauäugig darf man nicht an die Sache herangehen. Zunächst ist die Bewerbung in der Landessprache, zumindest aber in Englisch zu verfassen. Vorformulierte Bewerbungsschreiben und Übersetzungshilfen sind dabei tabu. Am besten man zieht einen Muttersprachler zu Rate, der im Idealfall auch schon Erfahrungen mit Bewerbungen gemacht hat und weiß, worauf seine Landsleute im Zweifel gesteigerten Wert legen. Falls nicht, sollte man sich vorab sehr gut über die Besonderheiten des Wunschlandes informieren.

Schwierig wird die Übersetzung der Bewerbungsunterlagen, wenn sich die Bezeichnung für den absolvierten Diplomstudiengang beim besten Willen nicht im Wörterbuch finden lässt und auch der Muttersprachler die Achseln hilflos zuckt. Oder was ist mit der mühsam erkämpften Abiturnote, mit der man im anderen Bildungssystem, das ganz andere Noten kennt, glatt durchgefallen wäre? Und wie erwähnt man die kleine Fachhochschule im Taunus, an der man zwar durchaus prima studieren konnte, die aber schon in Deutschland kaum ein Mensch kennt?

Hier gilt: Einfach das Ganze in ein paar Sätzen erklären. Die Berufsbezeichnung wird nicht in ein umständliches Wortungetüm übersetzt, sondern auf Deutsch stehen gelassen und in wenigen Worten kurz und präzise beschrieben. Abschlussnoten werden für den ausländischen Personaler anschaulicher, wenn er Vergleichswerte bekommt. Gehört man beispielsweise mit einer 1,5 zu den besten zehn Prozent der Absolventen an der Uni oder FH, sollte man das genau so schreiben.

In Ländern mit einem elitären Hochschulsystem wie Frankreich, USA oder Großbritannien, sehen es Arbeitgeber gern, wenn der Bewerber von einer renommierten Schule kommt. Ist die absolvierte Uni oder Fachhochschule also auf einem der vorderen Plätze eines Rankings zu finden, könnte das auch für die Bewerber von Vorteil sein. Man sollte dies also unbedingt unter Angabe der Quelle erwähnen.

Wichtige Fragen

Erworbene Sprachkenntnisse sollten immer über die Anzahl der Schuljahre, in denen diese Sprache auf dem Stundenplan stand, sowie über Länge und Häufigkeit von Auslandsaufenthalten angegeben werden. Wie gut man sie tatsächlich beherrscht, zeigt sich dann spätestens im Vorstellungsgespräch. Neben den üblichen Fragen sollte man sich hier noch auf folgende gefasst machten: Warum bewerben Sie sich gerade in diesem Land? Und: Wie lange wollen Sie hier arbeiten? Aber Antworten auf Fragen wie diese sollte man ohnehin schon vor der Jobsuche im Ausland für sich gefunden haben.