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Fahrlässige Körperverletzung: Bewährungsstrafe für Raser nach Unfall mit fünf Verletzten

Fahrlässige Körperverletzung : Bewährungsstrafe für Raser nach Unfall mit fünf Verletzten

Nach einem folgenschweren Unfall mit fünf Verletzten ist ein 25-Jähriger in Düsseldorf zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Das Amtsgericht sprach ihn am Montag wegen fahrlässiger Körperverletzung und Verkehrsgefährdung schuldig. Der ungelernte Monteur war laut Gutachten in einer gemieteten Limousine mit Tempo 130 durch Düsseldorf gerast.

Der Angeklagte hatte die Tatvorwürfe über seinen Verteidiger in vollem Umfang eingeräumt. Er war an einer Ampelkreuzung mit zwei wartenden Autos kollidiert. Bei dem Unfall waren ein Ehepaar sowie ein Vater mit zwei Kindern zum Teil schwerst verletzt und traumatisiert worden.

Am schwersten traf es den 53 Jahre alten Mitarbeiter einer Reinigungsfirma. Sein Rückgrat wurde gebrochen. Er könne nach zwei aufwendigen Operationen kaum sitzen und leide unter ständigen starken Schmerzen, schilderte der Mann am Montag als Zeuge vor Gericht. „Dieser Herr hat mein Leben kaputtgemacht“, sagte er. Und direkt an den Angeklagten gewandt: „Sie haben sich bis heute nicht entschuldigt.“

Er wisse, dass er den Schaden nicht wiedergutmachen könne, sagte der 25-Jährige. „Ich konnte dem Mann nicht in die Augen sehen.“ Die Richter werteten das Fahrverhalten des Angeklagten zwar als rücksichtslos, sahen aber keinen Vorsatz.

Mit Blick auf Schadenersatzforderungen in Höhe von über 25 000 Euro verzichtete das Gericht auf Bewährungsauflagen. Der Monteur, der noch bei seine Eltern lebt, verdient nach eigenen Angaben aktuell 450 Euro im Monat. Das Urteil ist rechtskräftig.

(dpa)