Aachen: Bevor der RRX kommt, sind starke Nerven gefragt

Aachen: Bevor der RRX kommt, sind starke Nerven gefragt

Wenn bei der Bahn gebaut wird, brauchen die Reisenden — vor allem natürlich die Pendler — starke Nerven und eine gehörige Portion Geduld. Und schnell gibt es Ärger — zumal dann, wenn die Informationen über die Maßnahmen spärlich oder (zu) spät fließen.

Zumindest dieser Ärger soll auf ein Mindestmaß reduziert werden, wenn in den anstehenden Sommerferien umfangreich an der Verbindung von Aachen über Geilenkirchen und Erkelenz in Richtung Mönchengladbach gearbeitet wird — genauer: an neun Stationen. Die werden nämlich in zwei Abschnitten fit gemacht für den Vorlaufbetrieb des Rhein-Ruhr-Express (RXX).

Dafür sind umfangreiche Arbeiten an den Bahnhöfen, wie hier in Geilenkirchen, notwendig. Foto: Simone Thelen

Am Dienstag informierten Heiko Sedlaczek, Geschäftsführer des Nahverkehr Rheinland (NVR) sowie Holger Schmitz und Christian Sasse von der Deutschen Bahn über die Baumaßnahmen und die Einschränkungen, die sich daraus für die Bahnfahrer ergeben. Es war ein Baustein einer großen Informationskampagne, die in den kommenden Wochen mit Plakaten, Aushängen, Newslettern, Whatsapp-Nachrichten, Fahrplanheften, Wegeleitungen und Ansprechpartnern an betroffenen Umsteigeknoten intensiviert wird.

Der Aufwand zeigt: Die Baumaßnahmen sind umfangreich, erste Vorläufer sind bereits in Geilenkirchen zu spüren. Es geht darum, die Stationen für die langen RRX-Züge, die zum Fahrplanwechsel 2020/2021 zwischen Aachen und Dortmund eingesetzt werden sollen, zu ertüchtigen, also Bahnsteige zu verlängern und barrierefrei auszubauen. Das geschieht vom 13. Juli bis zum 3. September in zwei Phasen und hat Auswirkungen auf die Linien RE 4, RB 20 und RB 33.

Erste Bauphase: Freitag, 13. Juli, 23.30 Uhr, bis Montag, 27. August, 4.30 Uhr

Auf der Strecke des RE 4 fallen die Züge zwischen Geilenkirchen und Erkelenz aus; betroffen sind also die Halte Hückelhoven-Baal, Brachelen und Lindern. Als Ersatz verkehren Busse. Zwischen Erkelenz und Rheydt ist nur eingleisiger Betrieb möglich; hier gibt es zusätzliche Haltepunkte in Herrath und Wickrath. Zwischen Aachen und Geilenkirchen fahren die Züge im Halbstundentakt zu veränderten Zeiten. Zusätzlich sind Ersatzbusse im Einsatz, die alle Halte zischen Aachen und Geilenkirchen anfahren.

Die Züge der Linie RB 20 zwischen Aachen und Herzogenrath fallen aus. Dort verkehren Busse.

Die RB 33 verkehrt nicht zwischen Lindern und Heinsberg; dort gibt es Ersatzbusse. Auch zwischen Geilenkirchen und Rheydt ist die RB 33 gar nicht im Einsatz; dafür fahren Schnellbusse, die die Strecke mit Stopp in Lindern, Hückelhoven-Baal und Erkelenz in 70 Minuten bewältigen. Zwischen Aachen und Geilenkirchen gelten geänderte Fahrzeiten.

Nachts, also zwischen 23.30 Uhr und 4.30 Uhr, verkehren die Züge von RE 4 und RB 33 zwischen Aachen und Rheydt generell nicht. Den kompletten Verkehr in dieser Zeit sollen Busse gewährleisten. Und für alle Zuverbindungen, ob tagsüber oder nachts, gilt in der ersten Bauphase: Der Bahnhof in Kohlscheid wird nicht angefahren, da die Arbeiten dort keinen Halt zulassen.

Zweite Bauphase: Montag, 27. August, 4.30 Uhr, bis Montag, 3. September, 4.30 Uhr

Der RE 4 fährt wieder normal, allerdings ohne Halt in Hückelhoven-Baal. Als Ersatz dafür verkehren Busse, außerdem gibt es Zusatzhalte in Brachelen, Herrath und Wickrath.

Die Züge der RB 20 von Aachen über Herzogenrath nach Stolberg verkehren planmäßig.

Das gilt auch für die RB 33 zwischen Lindern und Heinsberg. Weiter zwischen Lindern und Rheydt fallen die Züge allerdings komplett aus. Als Ersatz stehen die Züge der RE 4 und Busse zur Verfügung.

Insgesamt verbauen Deutsche Bahn, das Land NRW, NVR und Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) auf diesem Abschnitt 19 Millionen Euro. Rund 50 000 „Ein- und Aussteiger“ verzeichnen die Unternehmen pro Tag auf dieser Strecke. Die Arbeiten werden 2019 dann auf dem Abschnitt zwischen Mönchengladbach in Richtung Dortmund fortgesetzt. Dann heißt es dort: Nerven behalten und sich in Geduld üben.

Mehr von Aachener Zeitung