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Brüssel/Aachen: Besserer Terrorschutz in den Städten der Region

Brüssel/Aachen : Besserer Terrorschutz in den Städten der Region

Aus Sorge vor weiteren Anschlägen hat die EU-Kommission einen neuen Aktionsplan gegen Terroristen vorgelegt. Speziell ausgebildete Fahnder sollen demnach verschlüsselte Internet-Botschaften knacken, grenzüberschreitende Geldströme aufdecken und die Nutzer gefährlicher Stoffe genauer überprüfen. Die Mitgliedstaaten sollen Substanzen, die zum Bombenbau dienen können, genauer überwachen. Das hat auch Auswirkungen auf die Region.

Mit Millionenaufwand sollen zudem öffentliche Räume gegen Anschläge abgesichert werden. Zunächst sind 18,5 Millionen Euro ausgelobt, die in neue Konzepte der Stadtplanung fließen sollen. 2018 soll es weitere 100 Millionen Euro für die Absicherung von Gebäuden und den physische Schutz belebter Plätze geben.

In Aachen ist bereits gehandelt worden. Anlass war ein Erlass von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Er hatte die Polizeibehörden aufgefordert, in punkto Sicherheit in Innenstädten umgehend Kontakt mit den Kommunen aufzunehmen. In Aachen hatte sich deshalb im August eine Arbeitsgruppe die Situation in der Altstadt angeschaut. Vertreten waren neben der Polizei Sicherheits- und Ordnungsexperten, aber auch Verkehrsplaner und Archäologen.

Im September hat der Stadtrat 300.000 Euro zur Verfügung gestellt. Damit wird der Bau von versenkbaren Pollern an den Zufahrten zu neuralgischen Stellen in der Altstadt, insbesondere am Markt, finanziert, der nun umgehend starten soll. Bereits zum Aachener Weihnachtsmarkt soll das System fertig sein. Ähnliche Poller waren zuvor bereits an der Zufahrt zur Synagoge gebaut worden. Diskutiert werden muss nun allerdings noch, wann die Poller eingefahren werden und wer dazu eine Berechtigung hat. Rettungs- und Feuerwehrkräfte müssen ebenso passieren können wie die Polizei, Müllfahrzeuge oder auch Lieferverkehr.

Aachen ist mit dem Bau der versenkbaren Hindernisse eine der ersten Städte in NRW, die Anti-Terror-Poller zum Einsatz bringt.

In Düren hat die CDU Anfang Oktober den Antrag gestellt, in der Innenstadt die Zufahrtsstraßen zum Markt mit versenkbaren Pollern zu versehen. Jetzige Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen, die externe Dienstleister einschließen, würden jährlich bis zu 70.000 Euro kosten — eine einmalige Investition in die Poller etwa 250.000 Euro. Der Stadtrat hat den Antrag in die Ausschüsse gegeben.

Auch in anderen Kommunen der Städteregion wird aktuell diskutiert, mobilen Sperren durch feste Betonblockaden zu ersetzen.

(stm/cro/dpa)