Studie belegt: Bergleute sind stärker mit dem Umweltgift PCB belastet

Studie belegt: Bergleute sind stärker mit dem Umweltgift PCB belastet

Viele Bergleute sind durch ihre Arbeit unter Tage stärker mit dem Umweltgift PCB belastet als der Durchschnitt der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis ist eine vom Bergbaukonzern RAG in Auftrag gegebene Untersuchung gekommen.

Das bedeute aber „keine akute Gesundheitsgefährdung der untersuchten Bergleute“, sagte der Leiter der Studie, Prof. Thomas Kraus, am Mittwoch in Essen. Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) krebserregend.

Der Arbeits- und Umweltmediziner der RPCB WTH Aachen hatte Blutproben von 210 Bergleuten der Jahrgänge 1947 bis 1968 untersucht. Sie hatten als Elektro- und Maschinenhauer oder Steiger unter Tage gearbeitet. Bei 96 von ihnen wurde eine überdurchschnittliche Belastung mit in Hydraulikölen verwendetem PCB gefunden. Insgesamt waren in den betreffenden Zeitraum etwa 30.000 Bergleute in den untersuchten Berufsgruppe beschäftigt.

Die PCB-Belastung zeige sich unabhängig davon, auf welcher Zeche die untersuchten Bergleute gearbeitet hätten, sagte Kraus. Die gewonnen Daten ließen darauf schließen, dass die Bergleute zur Zeit ihrer Berufstätigkeit deutlich über dem heute geltenden PCB-Grenzwerten belastet gewesen seien. In einer Nachfolgestudie sollen jetzt mögliche Zusammenhänge zwischen der PCB-Belastung und Erkrankungen ermittelt werden. Schnelle Antworten seien aber nicht zu erwarten, sagte RAG-Vorstandschef Peter Schrimpf. Für die Teilnehmer der ersten Studie gebe es ein medizinisches Betreuungsprogramm.

Im Bergbau waren PCB-haltige Hydrauliköle seit Mitte der 1960er Jahre bis 1986 zur Verbesserung des Brandschutzes unter Tage eingesetzt worden. Damals habe es noch keine Hinweise auf ihr Gefährdungspotenzial gegeben, betonte die RAG. Das Unternehmen stellte die vor einem Jahr in Auftrag gegebene Studie wenige Wochen nach der Schließung der letzten deutschen Steinkohlenzeche in Bottrop vor.

Mit PCB ist auch das Grubenwasser belastet, das die RAG auf Dauer aus den stillgelegten Zechen abpumpen muss. Bei der Einleitung des Grubenwassers in Oberflächengewässer würden aber alle Umweltnormen eingehalten, versicherte Joachim Löchte, der den Gesundheits- und Umweltschutz bei der RAG leitet.

(dpa)
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