Bei Fahrzeugkontrolle erschossen: Prozess um Polizistenmord von Spa wohl erst 2021

Bei Fahrzeugkontrolle erschossen : Prozess um Polizistenmord von Spa wohl erst 2021

Vor einem Jahr endete nach dem Formel-1-Rennen eine Kontrolle von randalierenden Fans tödlich. Die Ermittlungen ziehen sich hin.

Am Wochenende zieht die kleine belgische Stadt Spa kurz hinter der deutschen Grenze wieder die Fans von Formel-1-Rennen an. Ein Jahr nach dem Tod des Polizisten Amaury Delrez, der im vorigen Jahr nach dem Rennen erschossen worden war, erinnert sich die Stadt voller Trauer an das Vorjahresrennen. Anfang dieser Woche fand eine Gedenkveranstaltung statt.

Der 38-jährige Polizist war mit seinen Kollegen angerückt, als ein Streit aus dem Ruder zu laufen drohte. Eine Gruppe aus Limburg war zu später Stunde nicht mehr in eine Bar gelassen worden und rückte in einem Taxi ab, nachdem es einen Wortwechsel gegeben hatte. Da einer der Niederländer eine Waffe hatte, wurde die Polizei verständigt. Die Beamten stoppten das Taxi und wollten die drei Männer aus Schinnen und Brunssum überprüfen. Dazu kam es jedoch nicht mehr, einer der Insassen soll sofort geschossen haben. Amaury Delrez wurde tödlich getroffen, einer seiner Kollegen schwer verletzt.

Der mutmaßliche Schütze, der 36-jährige Ivo T., und seine beiden Begleiter wurden bald darauf in der Nähe gefasst. Ivo T. sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Amaury Delrez, Vater von drei Kindern, war der dritte Polizist in kurzer Zeit, der in der Region Lüttich ermordet worden war, vielleicht auch deshalb erschütterte sein Tod die Bevölkerung.

Der Prozess um die Tat wird nach Einschätzung der Tageszeitung „La Meuse“ nicht vor 2021 stattfinden. Es habe Verzögerungen gegeben, unter anderem durch einen Wechsel bei den Untersuchungsrichtern. Die Staatsanwaltschaft Verviers begründet den enormen Zeitverzug damit, dass viele Schriftstücke ins Niederländische übersetzt werden müssten. Außerdem gebe es noch einigen Ermittlungsbedarf, so sei man trotz intensiver Suche immer noch nicht der Tatwaffe habhaft geworden.

Ivo T., der des Mordes und des versuchten Mordes verdächtigt wird, kann sich nicht an die Bluttat erinnern, er stand offenbar unter starkem Drogen- und Alkoholeinfluss. Freunde von ihm erklärten gegenüber der Tageszeitung „De Limburger“, dass er schon jahrelang Medikamente gegen Depressionen nehme.

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