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Ausflug nach Hasselt: Kirschen, Mode und Jenever

Ausflug nach Hasselt : Kirschen, Mode und Jenever

Ganz nah und doch nur wenig bekannt: Das belgische Hasselt in der Provinz Limburg vermarktet sich als Metropole des guten Geschmacks und bietet viele gute Gründe für einen Ausflug – vor allem im Frühling.

So wie in Japan im Frühjahr im Fernsehen und Radio die Zeit bis zur Kirschblüte heruntergezählt wird, so sehr freut man sich auch im belgischen Hasselt auf das rosafarbige Blütenmeer und hofft auf mildes Wetter. Vom 21. März bis zum 30. April wird dort im Japanischen Garten die Kirschblütenzeit – Hanami – gefeiert. Auf der Facebook-Seite des Gartens lässt sich der aktuelle Blütenstand verfolgen, sodass ein Besuch perfekt geplant werden kann. Der 1992 von Hasselts Partnerstadt Itami, einem Vorort von Osaka, gestiftete Japangarten verfügt insgesamt über 225 Kirschbäume. Der Garten ist in der Teehaustradition des 17. Jahrhunderts angelegt, verschlungene Wege winden sich durch das von Bächen, Teichen und Wasserfällen geprägte Kleinod mit beeindruckender Fauna und Flora.

Während die einheimischen Bäume noch sehnsüchtig auf den Frühling warten, ist die japanische Kirsche weit voraus. Mit ihrer Blütenpracht, changierend zwischen zartem Weiß und intensivem Rosa, setzt sie verheißungsvolle Akzente – unterstützt wird sie von japanischen Aprikosen- oder Ume-Bäumen, Magnolien und Forsythien, ebenfalls Vorboten des Frühlings.

 Die Geschichte des Wacholderschnapses lässt sich im Nationalen Jenevermuseum erkunden, wo rund 130 Schnäpse zur Verkostung bereitstehen. Foto: Belinda Petri
Die Geschichte des Wacholderschnapses lässt sich im Nationalen Jenevermuseum erkunden, wo rund 130 Schnäpse zur Verkostung bereitstehen. Foto: Belinda Petri

Am Dienstag, 21. März, öffnet der Garten seine Türen zur neuen Saison, die bis Ende Oktober dauert. An den Wochenenden gibt es Essens- und Getränkestände, sodass man sich bei gutem Wetter zum Picknick im Park niederlassen kann.

Der Kirschbaum oder Sakura und insbesondere die Kirschblüte haben eine reiche Symbolik in der japanischen Kultur: Die zarten Blüten symbolisieren Wolken, die für die fließende Natur des Lebens stehen, als Zeichen der Vergänglichkeit erinnern sie daran, das Leben zu genießen. Neben der vielfältigen Pflanzenwelt lassen sich in den verschiedenen Teichen des Gartens rund 190 verschiedene Koi-Fische beobachten.

Seit einigen Jahren wird im Frühjahr ein Festival des japanischen Hundes zelebriert. Am 29. und 30. April treffen sich die stolzen Besitzer japanischer Hunderassen und flanieren mit ihren Shiba Inu, Akita oder Hokkaido durch die Anlage. Verschiedene Stände informieren über Akupunktur für Hunde, spezielles Futter oder Accessoires, außerdem bieten Fotografen professionelle Porträts der vierbeinigen Lieblinge an.

Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt, ist der Japanische Garten eine Insel der Entschleunigung, in dem Natur und Kultur harmonisch in Einklang kommen.

Hippe Outfits und Wacholderschnaps

Am Japanischen Garten gibt es ein Park-and-Ride-Angebot, mit dem Bus kommt man bequem zum Kolonel Dusartplein. Hier findet von April bis Oktober samstags ein kleiner, feiner Flohmarkt statt. Von dort aus kann man bequem durch die Innenstadt schlendern, wo sich gemütliche Cafés und schicke Restaurants mit Boutiquen und kleinen Concept-Stores abwechseln.

Ein Abstecher in das Modemuseum, in dem bis Mitte Mai die Ausstellung „Bags: inside out“ die faszinierende Welt von Taschen beleuchtet, lohnt ebenso wie ein Besuch des Nationalen Jenevermuseums. Unter dem Motto „Machen Sie sich schlau bei einem Gläschen“ lässt sich hier Spannendes zum berühmten Wacholderschnaps erfahren. Der Rundgang endet mit einem Probegläschen in der Jeneverbar, die rund 130 Sorten Schnaps vorweisen kann.

Verhungern wird man in Hasselt auf keinen Fall, zwischen Zuivelmarkt und Botermarkt reihen sich die Lokale wie Perlen an der Schnur aneinander. Als „Hoofdstad van de smaak“, also „Hauptstadt des Geschmacks“, vermarktet Hasselt nämlich nicht nur seinen Jenever, im Smaaksalon im Huis de Corswarem kann man köstliche Erzeugnisse aus Hasselt und der Umgebung probieren – und gleich als Souvenir mitnehmen. Das gastronomische Angebot reicht von schnuckeligen Bistros bis zur hochkarätigen Sterneküche.

Visit Hasselt hat verschiedene Routen für Besucher ausgearbeitet, beispielsweise eine Streetartroute, auf der man imposante Wandgemälde international bekannter Streetartkünstler entdecken kann. Auch mit der kostenlosen Street-Art-Cities-App lassen sich die Open-Air-Kunstwerke erkunden: kleine Paste-ups von Pablo Delgado, Tierbilder von Dzia oder das 450 Quadratmeter große Mural von Smug. Überall finden sich Streetart-Werke, mal legal im Auftrag der Stadt entstanden, mal illegal im Schutze der Nacht.

Auch im Norden der Stadt finden sich einige beeindruckende Wandkunstwerke, etwa der überdimensionale QR-Code von Felipe Pantone in der Nähe des Hafens. Dieser ist als „Quartier Bleu“ inzwischen ein modernes Stadtviertel geworden mit hübschen Geschäften und Restaurants.