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Gastro-Test: Französisch-Belgisch: Le Canotier en Cêne Madame

Gastro-Test : Französisch-Belgisch: Le Canotier en Cêne Madame

In Neupré bei Lüttich setzt Nathalie Wieckmann Akzente mit ihrer ambitionierten Küche.

Das Restaurant Canotier aus Tilff zog nach den Hochwasserschäden 2021als Le Canotier en Chêne Madame in das leerstehende Gebäude des einstigen Sternelokals La Chêne Madame südlich von Lüttich nach Neupré. Inzwischen ist das Ensemble so stimmig in die Anlage integriert, dass es schade wäre, diesen wundervollen Standort wieder zu verlassen: Der große Gastraum ist stilvoll eingerichtet, es gibt eine große Terrasse mit Blick in den Garten.

Das wechselnde Menü ist auf großen Tafeln ausgeschlagen, ebenso die Aperitifvorschläge und die Weinausempfehlungen. Chefköchin Nathalie Wieckmann bietet hier eine ambitionierte belgisch-französische Küche, beispielsweise mit „Tatare de boeuf“, einer sehr puren – und perfekt (kühl) temperierten – Zubereitung des von Hand geschnittenen rohen Fleischs mit Frühlingszwiebelchen (18 Euro) oder einem perfekt zubereiteten Lammfilet im eigenen Jus mit Gratin Dauphinois und gegrillten Salatherzen (28 Euro).

Die Karte wechselt und bietet typische Gerichte der französisch-belgischen Küche wie Austern (sechs Stück „Grevelingen No. 3“ 18 Euro), zwei oder drei Kroketten mit grauen Garnelen (16/21 Euro) oder die nur noch selten zu findenden Froschschenkel in Knoblauchbutter (15,30 Euro) als Vorspeisen sowie Steak vom Black Angus mit Fritten, Salat und Soße (23 Euro) oder „Sole de mer à la meunière“ (Seezunge Müllerin Art) für 32 Euro.

Während Nathalie Wieckmann diese Klassiker behutsam modernisiert und mit asiatischen Gewürzen und Zubereitungen interessante Akzente setzt, fehlt ein Bekenntnis zur fleisch- und fischlosen Küche, wobei man auf Wunsch natürlich auch vegetarische Gerichte erhalten kann. Die feine Küche, das stimmungsvolle Ambiente samt der schönen Terrasse laden auf jeden Fall zum wiederholten Besuch ein.