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Vorbild Frankreich: Belgier erwägen weitreichende Ausgangssperre

Vorbild Frankreich : Belgier erwägen weitreichende Ausgangssperre

Eine Ausgangssperre nach französischem Vorbild könnte demnächst auch in Belgien greifen. Der Nationale Sicherheitsrat könnte noch am Dienstag weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschließen.

Das meldete die belgische Nachrichtenagentur Belga. Bereits am Donnerstag hatte das Gremium die Schließung aller Cafés und Restaurants beschlossen. Zahlreiche Läden bleiben am Wochenende zu und der Schulunterricht wird für drei Wochen komplett eingestellt, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

„Ein Lockdown umfasst sehr extreme Maßnahmen, die wir ergreifen werden, wenn es notwendig ist“, sagte der Mediziner Emmanuel André vom Coronavirus-Referenzlabor dem Sender RTBF.

Für eine solche Ausgangssperre könne es zwei Gründe geben: Zum einen, wenn die Bürger die bestehenden Regeln nicht beachten und sich die Epidemie deshalb weiter ausbreite, oder zum anderen, wenn das Gesundheitssystem überlastet sei. „Aber selbst wenn unser Gesundheitssystem derzeit sehr gefordert ist, sind wir noch in einer kontrollierten Situation“, sagte André.

Professor Marius Gilbert von der Freien Universität Brüssel wies auf die „große Schwierigkeit“ hin, dass man den Effekt der ergriffenen Maßnahmen auf die Krankenversorgung nicht abwarten könne, bevor man über eine mögliche nächste Stufe entscheide.

(dpa)