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Belgien: Großflächige Corona-Impfungen starten

Zunächst in Pflegeheimen : Belgien beginnt mit großflächiger Impfkampagne

Nach einwöchigem Testlauf beginnt Belgien nun großflächig mit Impfungen gegen das Coronavirus. Jede Woche sollen rund 87 000 Dosen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer an Menschen im Land verabreicht werden.

Wie die Nachrichtenagentur Belga am Dienstag berichtete, sollen wie in Deutschland zunächst Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeheimen geimpft werden. Insgesamt könnten bis Ende Januar oder Anfang Februar 150 000 bis
200 000 Betroffene Impfschutz erhalten. Anschließend sollen Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen an der Reihe sein. Bislang sind in Belgien während der einwöchigen Testphase nur rund 700 Freiwillige in einigen Pflegeheimen geimpft worden.

Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke drückt aufs Tempo. Zusammen mit Premierminister Alexander De Croo forderte er die zuständige Arbeitsgruppe dazu auf, bis nächste Woche einen beschleunigten Impfplan vorzulegen, wie Belga berichtete. Nach einem „vorsichtigen Start“ müsse die Impfkampagne an Dynamik gewinnen. Mehrere Abgeordnete der Opposition hatten zuvor kritisiert, dass Belgien vor allem im Vergleich zu Deutschland bei den Impfungen hinterherhinke.

Das Land hatte eine Impfquote von 70 Prozent als Ziel festgelegt. Die Impfungen sollen für die Menschen kostenlos und freiwillig sein.

Das kleine Belgien mit seinen rund 11,5 Millionen Einwohnern hatte im Herbst zeitweise pro Kopf die höchsten Coronavirus-Infektionszahlen in Europa. Täglich wurden 15 000 neue Fälle oder mehr verzeichnet. Strikte Beschränkungen haben die Ausbreitung gebremst. Zuletzt registrierte das Land durchschnittlich rund 1580 neue Ansteckungen pro Tag, wie das Gesundheitsinstitut Sciensano am Dienstag mitteilte. In den vergangenen zwei Wochen steckten sich 209 Menschen pro 100 000 Einwohner mit dem Virus an.

(dpa)