Aachen: Bei der Kinderuni summt, brummt und pfeift es

Aachen: Bei der Kinderuni summt, brummt und pfeift es

Nichts! Bei 16 000 Hertz steigen die wenigen Erwachsenen im Saal aus. Die Finger der Kinder fliegen dagegen — als wäre ein geheimes Code-Wort gefallen — nach oben. Mit dieser Frequenz haben ihre Ohren noch lange keine Probleme. Ungefähr der Hälfte gelingt das auch noch bei 20 000 Hertz.

Bei ihnen kommt der Schall an. Doch wie und warum — das erklärte Janina Fels, Professorin für Medizinische Akustik an der RWTH Aachen, bei der gestrigen Vorlesung der Kinderuni der Aachener Universität und unserer Zeitung im Aachener Audimax mit vielen Versuchen und Experimenten zum Thema Akustik.

Zum Beispiel, wie sich Schall anhören kann: Zischt die Luft langsam aus einem Luftballon oder wird eine Mineralwasserflasche aufgedreht? Brummt da eine Fliege oder eine Hummel? Tim und Konrad können den Schall sogar fühlen — an der Membran eines Lautsprechers. „Es vibriert“, stellen die beiden Jungs sachkundig fest.

Doch normalerweise hören wir den Schall natürlich. Und zwar mit unseren Ohren. Hammer, Amboss und Steigbügel dürfen dabei aber auch nicht fehlen. „Das sind die kleinsten Knochen in unserem Körper und liegen hinterm Trommelfell“, erklärte die Elektrotechnikerin und ließ die Mädchen und Jungen mit einem Bild des kleinen Steigbügels neben einem 10-Cent-Stück hörbar staunen. „Sie übertragen die Schwingungen des Trommelfells in die Gehörmuschel.“

Ein Medium braucht es dafür jedoch: Luft, Wasser oder auch die Schnur eines Dosentelefons, deren Übertragungsfähigkeit Sina, Noah und Julian testeten.

„Im Weltall können wir uns nicht unterhalten“, ließ Fels die Kinder wissen. Denn da fehle die Luft nicht nur zum Atmen, sondern auch zum Hören. Assistent Johannes Klein simulierte das mit einer Klingel in einer Vakuumglocke. Auch die hellhörigen Kinderohren konnten vom Klingeln nichts mehr erahnen, als die Luft aus der Käseglocke herausgesaugt war.

Dass das manchen Großeltern auch bei Vogelgezwitscher so geht, zeigte Fels in einem Hörverlust-Simulator. „Vögel singen leise und in hoher Frequenz“, erklärte sie. „Diese Bereiche gehen bei alten Menschen als erstes verloren.“ Grund genug, sich gut um seine Ohren und sein Gehör zu kümmern.