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Tödlichen Angriff auf Stadt-Mitarbeiter: Beamten-Gewerkschaften fordern bessere Vernetzung von Alarm-Systemen

Tödlichen Angriff auf Stadt-Mitarbeiter : Beamten-Gewerkschaften fordern bessere Vernetzung von Alarm-Systemen

Einem Kölner Stadt-Mitarbeiter war bei einem Hausbesuch zum Verhängnis geworden, dass er nichts von der Gefährlichkeit eines „Kunden“ wusste. Inzwischen haben viele Kommunen Alarmsysteme – doch nach Ansicht von Gewerkschaften müssten sie besser vernetzt werden.

Vor dem Prozess um den tödlichen Angriff auf einen Stadt-Mitarbeiter in Köln haben Gewerkschaftsvertreter eine bessere Vernetzung von Alarm-Meldesystemen gefordert. Zwar hätten viele Kommunen – so auch Köln – inzwischen ein verwaltungsinternes Meldesystem, in dem gefährliche Personen registriert würden, sagte der Vorsitzende des Deutschen Beamtenbundes (DBB) NRW, Roland Staude. „Allerdings wünschen wir uns dabei einheitliche Standards und eine Vernetzung mit den Landesbehörden“, sagte Staude der Deutschen Presse-Agentur.

Am Freitag beginnt vor dem Kölner Landgericht der Prozess gegen einen Mann, der einen städtischen Mitarbeiter erstochen haben soll. Der Angeklagte hatte bereits schon einmal Stadt-Mitarbeiter angegriffen – doch das Opfer hatte nichts davon gewusst.

Bislang seien Melderegister auf die einzelnen Kommunalverwaltungen begrenzt. „Wenn also jemand bei einer Landesbehörde auffällig wird, erfahren die Kommunen nichts davon“, sagte Staude. „Da muss der Austausch besser werden.“

Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft komba, Andreas Hemsing, forderte ein gemeinsames Meldesystem der Kommunen „mindestens auf Landesebene“. Die meisten Stadtverwaltungen seien zwar auf einem guten Weg. „Aber es ist nicht ausreichend, wenn jede Kommune ihr eigenes System hat“, sagte Hemsing. Nötig seien einheitliche Standards, damit valide Daten erhoben werden könnten. Daraus ließen sich dann Angaben zur Gefährdungslage und der benötigten Schutzausrüstung und -ausbildung der Mitarbeiter ableiten.

(dpa)