Bayer-Aufsichtsrat steht trotz Monsanto-Risiken hinter dem Vorstand

Trotz Monsanto-Risiken : Bayer-Aufsichtsrat steht hinter dem Vorstand

Trotz einer Klagewelle in den USA wegen des umstritten Unkrautvernichters Glyphosat stellt sich der Aufsichtsrat von Bayer hinter den Vorstand. „Ich bin davon überzeugt, dass wir bei Bayer das Richtige tun“, sagte Aufsichtsratschef Werner Wenning dem „Handelsblatt“ mit Blick auf die umstrittene Übernahme des US-Konkurrenten Monsanto.

Den Vorwurf, der Kauf und dessen Risiken seien nicht ausreichend geprüft worden, wies er zurück. „Wir haben der Strategie noch einmal ausdrücklich zugestimmt und einstimmig festgehalten, dass der Aufsichtsrat hinter dem gesamten Vorstand steht.“ Das betreffe auch die Logik des Monsanto-Kaufs, sagte Wenning. Der Vorstand habe vor der Übernahme und auch danach alle Prüfungen „äußerst professionell“ durchgeführt, auch die Risiken durch Glyphosat.

Wenning verwies unter anderem auf ein Gutachten, das der Aufsichtsrat 2018 bei der Kanzlei Linklaters in Auftrag gab, und zwar nach dem ersten Glyphosat-Urteil gegen Monsanto. Diesem Dokument zufolge habe der Vorstand seine rechtlichen Pflichten in jeder Hinsicht eingehalten, sagte Wenning.

Unlängst hatte Bayer eine weitere juristische Niederlage erlitten. Eine Jury in San Francisco urteilte, dass Monsanto für Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup haftbar ist und dem 70-jährigen Kläger Schadenersatz in Gesamthöhe von 80,3 Millionen Dollar (71,4 Mio Euro) zahlen muss. Insgesamt liegen dem Konzern in den USA mit Stand Januar Klagen von 11 200 US-Klägern vor.

(dpa)
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