Eupen: Barfüßige Bayern krönen den Eupen Musik Marathon

Eupen : Barfüßige Bayern krönen den Eupen Musik Marathon

Abwechslungsreiche Künstler, internationale Besucher und ein Wetter, das sich die Veranstalter nicht besser hätten wünschen können: Der 27. Eupener Musik-Marathon war ein voller Erfolg. Rund 8500 Menschen besuchten am vergangenen Wochenende das Städtchen an der belgischen Grenze, um zu entspannen, zu feiern und ein vielfältiges Programm rund um den Marktplatz zu erleben.

Höhepunkt waren die bayrischen Blasmusiker von LaBrassBanda, die mit ihrer energiegeladenen Show einen bleibenden Eindruck bei den Besuchern hinterließen.

Von der Kappe bis zum Stoffbeutel: Pfadfinderinnen verkaufen Fanartikel. Foto: Vivien Nogaj

Der Musik-Marathon hat Tradition in Eupen: Seit den 90er Jahren lockt er Besucher aus der gesamten Grenzregion an, seit vier Jahren ist der Eintritt frei: „Das ist benutzerfreundlicher“, sagt Rebecca Bastin vom belgischen Kulturverein Chudoscnik Sunergia, der das Festival veranstaltet. „Jeder kann uns besuchen, es gibt keine Absperrungen.“ Besonders Familien mit Kindern, aber auch junge Erwachsene und Senioren folgten diesem Angebot. Denn es war tatsächlich für jeden Musikgeschmack etwas dabei.

Rap, Pop, Rock auf neun Bühnen

Spielten die Künstler am Samstag noch auf vier Bühnen, wurden die musikalischen Standorte am Sonntag um fünf weitere ergänzt. Rund um den Markplatz gab es Straßenmusik, Chorgesang, Rap, Pop- und Rockmusik zu hören. Besonders beliebt, vor allem beim jüngeren Publikum, war die Elektrostage. Auf einem Hinterhof, leicht abgelegen vom Getümmel auf der Flaniermeile, wurde schon am Eingang deutlich: Was hier zählt, sind Bass und Lautstärke. Das hielt die Feierfreudigen allerdings nicht davon ab, dicht an den Boxen vorne an der Bühne zu tanzen.

Wer es ruhiger mochte, konnte dem ungleichen Duo Maxam & Mr. Z lauschen. Der junge Aachener Maxam rappte zu den zarten Gitarrenklängen des graubärtigen Mr. Z über Freundschaft, Erfolgsdruck und die Selbstvermarktung junger Menschen im Internet. Seine Lieder fanden offenbar auch Anklang bei Zuhörern, die seine Sprache nicht verstanden: Aus dem Publikum ließ sich ein leises „très bien“ vernehmen.

Bayern finden „Heimat“ in Belgien

Nicht weniger gefühlvoll, dafür lauter und tanzbarer war die Musik der Lütticher Band Pale Grey. Wer zuvor mit der Genre-Beschreibung „Dream-Pop“ nichts anzufangen wusste, spürte direkt nach den ersten Liedern: Diese Musik lädt in andere Sphären ein. Zu Klängen von Synthesizern und der mal kräftigen, mal zarten Stimme des Frontsängers tanzten die Besucher auch hier bis in den frühen Abend hinein, um sich dann zur Stadtparkbühne zu begeben. Denn dort wartete schließlich der Hauptact des Abends: die bayrische Bläser-Band LaBrassBanda. Diese ist, so wurde es in der Anmoderation betont, schon das dritte Mal in diesem Jahr in Eupen — oder, wie Stefan Dettl, der Sänger der Band, es formulierte: „Wir haben ausgerechnet in Belgien unsere zweite Heimat gefunden.“

Und dann ging es auch schon los: Mit mitreißenden Songs, die die barfüßigen Musiker in Lederhosen humorvoll als „bayrischen Techno“ bezeichneten, sangen, bliesen und scherzten sie sich in die Herzen der Zuschauer. Bis in die letzten Reihen tanzte das Publikum, egal welchen Alters, zu Liedern wie „Ujemama“, „Autobahn“ und dem neu interpretierten Daft-Punk-Klassiker „Around the World“. LaBrassBanda, so zeichnete sich die einhellige Meinung in den vor Freude und Schweiß glänzenden Gesichtern des Publikums ab, muss man einfach feiern! Zur Sicherheit noch mal nachgefragt, wie der Auftritt denn gefällt, lautete die Antwort nicht nur eines Besuchers: „Einfach nur geil!“