Prozess um Zigaretten: Bande soll große Supermärkte überfallen haben

Prozess um Zigaretten : Bande soll große Supermärkte überfallen haben

Zigaretten haben aus der Sicht eines Diebes gleich mehrere Vorteile: Sie sind leicht zu tragen, einigermaßen wertvoll und meist nicht allzu stark gesichert. Das dürfte auch sechs Männern aus Düren durch den Kopf gegangen sein, die mutmaßlich in eine ganze Reihe von Supermärkten und Kiosken in der Städteregion eingebrochen sein sollen.

Sie werden beschuldigt, dabei Zigaretten und Bargeld im Wert von insgesamt mehr als 120.000 Euro erbeutet zu haben. Am Dienstag begann vor der 1. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts der Prozess gegen die sechs Angeklagten.

Im Detail werden die Männer im Alter zwischen 23 und 47 Jahren verdächtigt, im Zeitraum von Juni 2017 bis Januar 2018 insgesamt 17 Einbrüche begangen zu haben, um an die begehrten Glimmstängel zu gelangen. Dabei soll es laut Staatsanwalt Fabian Glöckner ziemlich rabiat zugegangen sein: Türen seien ausgehebelt worden, es sollen Scheiben zertrümmert worden sein und selbst ein Gullydeckel habe als Rammwerkzeug herhalten müssen.

Nach umfangreicher Telekommunikationsüberwachung wurden die sechs Verdächtigen schließlich im März dieses Jahres festgenommen und warteten seither auf den Prozessbeginn.

Holpriger Prozessauftakt

Die Anklage lautet auf schweren Bandendiebstahl in unterschiedlicher Zusammensetzung in 17 Fällen sowie der Verabredung dazu in einem weiteren Fall. Das Ziel waren dabei meist Filialen großer Supermarktketten in Eschweiler, Düren, Simmerath, Monschau, Würselen und Stolberg. Allerdings verlief bereits der Prozessbeginn holprig, da die Kammer unter Vorsitz von Richter Markus Vogt einem Antrag auf Prozessunterbrechung stattgab.

Diesen hatten Anwälte der Verteidigung gestellt, weil sie bislang keine Akteneinsicht bekommen hätten und ihnen die aktuelle Besetzung der Strafkammer nicht rechtzeitig mitgeteilt worden sei. Die Verhandlung wird am Montag, 8. Oktober, mit der Beweisaufnahme fortgesetzt.

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