Nach dem Sturm: Bahnverkehr berappelt sich, aber Hunderte Kilometer Stau

Nach dem Sturm : Bahnverkehr berappelt sich, aber Hunderte Kilometer Stau

Nach Sturmtief „Eberhard“ ist der Verkehr in Nordrhein-Westfalen am Montag wieder angelaufen Es gab aber weiter Zugausfälle und Verspätungen. Nicht viel besser die Lage auf den Autobahnen: Mehr als 400 Kilometer Stau gab es allein in NRW.

Der Fernverkehr von und nach NRW sei größtenteils wieder in Betrieb, sagte eine Bahnsprecherin. „Im Regionalverkehr gibt es noch Einschränkungen“, sagte sie. Reisende brauchten weiter Geduld. Nach wie vor fallen etwa einzelne Bahnen auf der Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt aus.

Für die Linie RE8 wurde ein Ersatzverkehr zwischen dem Kölner Hauptbahnhof und Mönchengladbach Hauptbahnhof eingerichtet – Taxis sollten in beide Richtungen zwischen den Haltestellen hin und her fahren. Die Linien RB38, RB51, RB37 und RB33 fielen am Morgen komplett aus. Andere Strecken waren laut Bahn wieder befahrbar, wie zum Beispiel die des Regionalzugs RE1 zwischen Aachen und Hamm. Trotzdem müssten Pendler den ganzen Montag über mit Verspätungen rechnen.

420 Kilometer Stillstand auf den Autobahnen

Auf den Autobahnen bildeten sich im Berufsverkehr bis 07.45 Uhr morgens Staus von rund 420 Kilometern Länge, wie der WDR berichtete. Längere Behinderungen gab es unter anderem auf der Autobahn 40 im Ruhrgebiet und auf der A52 in Richtung Düsseldorf.

Weil Sturm „Eberhard“ mit Böen bis Windstärke 11 und 12 Bäume auf die Gleise geweht und für einen Stromausfall im wichtigen Stellwerk Essen gesorgt hatte, war der Zugverkehr in NRW am Sonntagnachmittag komplett gestoppt worden. Zahlreiche Reisende strandeten an den Bahnhöfen.

In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel. Einsatzkräfte kämpften landesweit bei mehreren tausend Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern.

In Hamm (Westfalen), Dortmund, Duisburg und Köln mussten gestrandete Bahn-Fahrgäste die Nacht in sogenannten Aufenthaltszügen verbringen. In einem derartigen Zug in Köln hätten am Abend und in der Nacht bis zu 150 Reisende Platz gefunden, sagte ein Bahnsprecher am Morgen. In Dortmund seien es deutlich weniger Reisende gewesen. Ein weiterer Aufenthaltszug stand demnach in Hamm.

Die Züge seien „gut genutzt worden“, sagte ein Sprecher. Um 5.30 Uhr wurden die Fahrgäste gebeten auszusteigen. Die Züge wurden gereinigt und wieder eingesetzt.

Das Sturmtief hatte am Sonntag vielerorts Bäume auf die Gleise geweht. „Wir haben die ganze Nacht mit Hunderten Mitarbeitern gearbeitet“, sagte eine Sprecherin. Die Oberleitungsstörungen seien größtenteils behoben. Auf der Internetseite der Deutschen Bahn könnten sich Reisende erkundigen, ob ihr Zug fährt oder nicht.

Ab Montag gab es keine gefährlichen Windstärken mehr, dafür sollte es wieder winterlich werden: Frost, Kälte und teilweise auch noch mal Windböen von bis zu 80 Kilometer pro Stunde, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Tag voraus. Dabei könne selbst in tieferen Lagen Schneeregen fallen und eine glitschige Schicht auf den Straßen bilden.

So stellt sich das Verkehrsgeschehen in der Region derzeit dar:

(dpa)
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