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Einschränkungen: Bahnstreik setzt Pendler und Reisende auch in NRW unter Druck

Einschränkungen : Bahnstreik setzt Pendler und Reisende auch in NRW unter Druck

Der Bahnstreik hat den Zugverkehr auch in Nordrhein-Westfalen deutlich eingeschränkt. Neben den Lokführern sind erneut auch Beschäftigte in der Infrastruktur aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen.

Verspätungen, Ausfälle und Ersatzbusse: Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Montag auch den Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen deutlich eingeschränkt. Nach Angaben der Deutschen Bahn am Montagmittag fielen etwa 15 Linien von Regionalzügen und S-Bahnen in NRW aus, teilweise wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Bei weiteren 11 Linien müsse mit Einschränkungen gerechnet werden, schrieb die Bahn auf ihrer Homepage.

Dennoch sei ein verlässliches Grundangebot vorhanden, sagte eine Bahn-Sprecherin. „Der Ersatzfahrplan läuft weiter stabil.“ Größeres Chaos gebe es an den Bahnhöfen nicht. „Die Reisenden zeigen sich gut informiert.“ Bundesweit könnten etwa 30 Prozent des Fernverkehrs und 40 Prozent der Regionalbahnen fahren.

Die Pendler müssen auch über den Montag hinaus noch Geduld haben: Die Arbeitsniederlegungen sollen 48 Stunden dauern. Bis Mittwochfrüh, 2.00 Uhr, müssen sich Reisende auf massive Einschränkungen einstellen. Neben den Lokführern sind erneut auch Beschäftigte in der Infrastruktur - etwa in den Stellwerken - aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen. Bereits seit Samstag bestreikt die GDL den Güterverkehr.

Der Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW kritisierte den Zeitpunkt des Streik: Die Folgen der Hochwasserkatastrophe belasteten die Abläufe der Logistik weiterhin, zudem stünden kaum Lkw-Kapazitäten zur Verfügung. Daher könne es während des Streiks zu „massiven Verzögerungen in den Versorgungsketten“ kommen, sagte Vorsitzender Horst Kottmeyer. „Als Arbeitgeberverband der Logistikbranche in NRW wissen wir Streikmaßnahmen richtig einzustufen – diese Vorgehensweise in einer so angespannten Gesamtsituation war uns bislang unbekannt.“

Es ist bereits die zweite Streikwelle im laufenden Tarifkonflikt zwischen der Bahn und der GDL. Vor rund zwei Wochen hatte die Gewerkschaft bereits zwei Tage lang große Teile des Personenverkehrs lahmgelegt.

In dem Tarifstreit geht es unter anderem um mehr Geld für die Beschäftigten. Über die Höhe der künftigen Löhne und Gehälter sind sich beide Seiten einig: 3,2 Prozent mehr soll es geben. Aber über den Zeitpunkt der Auszahlung besteht Uneinigkeit. Offen sind zudem Fragen zur Betriebsrente, die Höhe einer möglichen Corona-Prämie sowie zum Einflussbereich der GDL.

(dpa)