Region: Bahnreisende sitzen im Zug bei Langerwehe fest

Region: Bahnreisende sitzen im Zug bei Langerwehe fest

Zusätzlich zu den Zugausfällen durch den Streik der Lokführergewerkschaft GdL war es am Dienstag auf der Strecke Köln-Aachen zu Verspätungen gekommen. Der Grund: Bei Langerwehe war ein Baum auf die Oberlandleitung der Bahnstrecke gefallen. Fahrgäste eines Regional-Express in Richtung Köln saßen ab 14.15 Uhr für mehrere Stunden im Zug fest.

Eine Betroffene, die nicht genannt werden möchte, deren Name aber der Redaktion bekannt ist, kritisierte unserer Zeitung gegenüber das Verhalten des Bahnpersonals vor Ort: Der Schaden an der Leitung habe die Stromversorgung unterbrochen, somit sei die Klimaanlage ausgefallen.

Zwei Stunden lang seien die Türen des Zuges trotz Stillstand und ohne Begründung verschlossen geblieben. Das habe zu stickiger Luft, Hitze und Verunsicherung unter den Fahrgästen geführt. Ein älterer Herr habe sich kurz nach dem Vorfall mit Kreislaufproblemen und Platzangst an zwei Zugbegleiter im Waggon gewandt. Die hätten einen Notarzt angefordert und sich um den Mann gekümmert. Dennoch habe der Notarzt erst Zugang erhalten, als gegen 16.15 Uhr die Zugtüren geöffnet worden seien.

Trotz geöffneter Türen sei Bahnkunden dann das Verlassen des Zuges verboten worden, wiederum unbegründet. Nach drei Stunden sei ein Waggon für die Evakuierung der Fahrgäste aus Aachen angefahren. Aus Platzmangel hätten einige Fahrgäste weiterhin im Zug ausharren müssen. Auch seien die Betroffenen nicht einmal mit Getränken versorgt worden.

Die Bahn verweist auf die Ausnahmesituation des Vorfalls. Die Fahrgäste seien regelmäßig über den weiteren Verlauf der Evakuierung informiert worden, sagte ein Sprecher der Bahn. Wegen Brandgefahr dürften bei Schäden an der Oberlandleitung die Zugtüren nicht geöffnet werden, bis die Lage vor Ort geprüft sei. Die fehlende Versorgung der Betroffenen sei auch der Lage des Unfallortes zu Schulden. In Düren habe man das ausgeglichen.

(nai)