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Sturmtief „Ylenia“: Bahn stellt Fernverkehr in Nordhälfte Deutschlands ein

Sturmtief „Ylenia“ : Bahn stellt Fernverkehr in Nordhälfte Deutschlands ein

Zugausfälle und Verspätungen gibt es auch im Regionalverkehr. Und der Flugverkehr ist ebenfalls betroffen. Und in Bayern sind Tausende ohne Strom.

Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. Der Zugverkehr sei in weiten Teilen Deutschlands stark eingeschränkt, sagte ein Bahn-Sprecher am Donnerstagmorgen. „In der Nordhälfte verkehren bis in die Mittagsstunden keine Züge im Fernverkehr.“ Das betrifft Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.

Auch im Regionalverkehr komme es zu Zugausfällen und Verspätungen. In Niedersachsen sei aufgrund der Sturmschäden südlich von Hamburg kein Zugverkehr möglich. Wegen des noch andauernden Sturms ist mit weiteren Störungen zu rechnen.

Die Nordwestbahn stellte am Donnerstagmorgen wegen der Sturmschäden den Zugverkehr komplett ein, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Betroffen ist unter anderem die Senne-Bahn zwischen Paderborn und Bielefeld (RB 74) sowie der Niers-Express zwischen Kleve und Düsseldorf (RE 10). Schienenersatzverkehr werde vorerst nicht angeboten, sagte Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann.

Starke Behinderungen gab es auch auf einzelnen Regionalstrecken der Bahn. So wurde der Zugverkehr etwa auf der Linie RB 64 (Münster-Gronau-Hengelo), RE 17 (Hagen-Schwerte-Warburg), RE 57 (Dortmund-Winterberg) und RB 51 (Dortmund-Enschede) vorübergehend eingestellt. Der Fernverkehr durch NRW in Richtung Süden laufe aber weiter, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. Auch die meisten S-Bahnen in NRW verkehrten weiter.

Die Deutsche Bahn arbeitet daran, Störungen zu beseitigen.

 Reisende werden aufgefordert, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung auf bahn.de im DB Navigator oder bei der kostenlosen Sonderhotline unter 08000/ 99 66 33 zu informieren.

Flugverkehr ebenfalls eingeschränkt

Einschränkungen werden derweil auch für den Flugverkehr gemeldet. Neben den 20 bereits angekündigten Annullierungen streicht die Lufthansa im Tagesverlauf allerdings vorerst keine weiteren Verbindungen. Dies sei noch immer Stand der Dinge, teilte ein Unternehmenssprecher am Donnerstagmorgen auf Anfrage mit. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt sind nach Betreiberangaben Verbindungen mit Berlin, München und Hamburg betroffen. Am Flughafen Hamburg fallen rund ein Dutzend Flüge aus.

In der Hansestadt wurde am Morgen der Fischmarkt erneut überflutet. „Am Pegel St. Pauli wurde gegen 5.00 Uhr ein Wert von 1,98 Meter über dem mittleren Hochwasser (MHW) gemessen“, sagte ein Sprecher des Sturmflutwarndienstes des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg. An der Nordseeküste spricht das BSH ab 1,5 Meter über MHW von einer Sturmflut. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

An der schleswig-holsteinischen Nordseeküste gab es in einigen Orten eine Sturmflut – in Husum etwa wurde ein Pegelstand von 1,64 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen. An vielen anderen Pegeln blieben die Wasserstände allerdings unter dem Wert einer Sturmflut. Auch für das Mittags- beziehungsweise Nachmittagshochwasser am Donnerstag warnte das BSH vor erhöhten Wasserständen.

Stromausfälle in Bayern

In Bayern hat das Sturmtief bei Tausenden Haushalten den Strom ausfallen lassen. Alleine der größte Stromnetzbetreiber des Freistaats, Bayernwerk Netz, verzeichnete 10 000 Betroffene, wie ein Sprecher am Donnerstagmorgen sagte. Meist wurde die Versorgung demnach schnell wieder hergestellt. Ursache für die Ausfälle seien häufig auf Leitungen gestürzte Bäume. Wie lange es dauere, den Strom wiederherzustellen, hänge vom konkreten Schaden ab. Unter anderem komme es darauf an, ob man die beschädigte Leitung durch veränderte Schaltungen im Netz umgehen könne.

Bayernwerk Netz ist der größte bayerische Stromnetzbetreiber und vor allem im ländlichen Bereich in Ober- und Unterfranken, der Oberpfalz, sowie Nieder- und Oberbayern tätig.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Morgen weiter vor orkanartigen Böen in der Nordhälfte Deutschlands. Im Westen und Osten sollte es schwere Gewitter geben. Auf dem Brocken im Harz kam es laut Mitteilung von Mittwochnacht zu Windgeschwindigkeiten von 152 Kilometern pro Stunde. Ab der Nacht zum Samstag erwartete der DWD ein neues Sturmtief mit Orkanböen im Bergland und orkanartigen Böen im Norden und in der Mitte Deutschlands.

(red)