Düsseldorf: Bahn-Konkurrent National Express bleibt in NRW auf Wachstumskurs

Düsseldorf : Bahn-Konkurrent National Express bleibt in NRW auf Wachstumskurs

Der private Bahn-Konkurrent National Express, der in Bayern nach fast zweijährigem Rechtsstreit um das Nürnberger S-Bahn-Netz seine Pläne aufgegeben hat, bleibt in NRW auf Wachstumskurs. „Die Verträge für die Linien RE 4, 5 und 6 sind sicher und unterschrieben”, sagte National-Express-Chef Tobias Richter am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Widerspruchsfristen seien abgelaufen. „Wir sitzen jetzt an Konzepten für die Übernahme von Lokführern.” Rund 140 Lokführer seien für den Betrieb nötig und würden rechtzeitig eingestellt.

Die deutsche Tochter des britischen Verkehrsunternehmens übernimmt nach einem gewonnenen Vergabeverfahren 2019 drei Kernlinien des künftigen „Rhein-Ruhr-Express” (RRX) in NRW von der Bahn: Den RE 4 (Dortmund-Aachen), RE 5 (Koblenz - Wesel - Emmerich) und RE 6 (Köln/Bonn Flughafen - Minden ab Dezember 2019). Außerdem gehen die bisher von der Bahn betriebenen Linien RE 1 und RE 11 an den niederländischen Bahn-Konkurrenten Abellio.

Zudem verliert die Deutsche Bahn den S-Bahn-Betrieb im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) ab Ende 2019 an private Konkurrenten, wie die zuständigen Vergabegremien im Juli beschlossen hatten.

In Nürnberg hatte National Express das Vergabeverfahren zunächst gewonnen. Gegen die Entscheidung hatte es aber Widerspruch der Bahn und anschließend einen langen Rechtsstreit gegeben. Ende Oktober hatte National Express dann das Handtuch geworfen, weil sich der Prozess hinzog und das Unternehmen deshalb einen reibungslosen Start im Dezember 2018 gefährdet sah.

Ungeachtet der scharfen Konkurrenz arbeiten die Bahn und National Express auch zusammen: Die Bahn wartet Züge von National Express - für die zwei NRW-Linien RE 7 und RB 48, die National Express seit Ende 2015 betreibt.

(dpa)
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