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Gemünd: Bärbel Höhn lobt rekordverdächtige Umsetzung des Nationalparks Eifel

Gemünd : Bärbel Höhn lobt rekordverdächtige Umsetzung des Nationalparks Eifel

Eine Welle der Sympathie und Euphorie für den Nationalpark Eifel war gestern im Kursaal in Gemünd zu spüren, als vor rund 800 Gästen die offizielle Eröffnungsfeier für das Großschutzprojekt stattfand.

Das 110 Quadratkilometer große Gebiet ist der erste Nationalpark in Nordrhein-Westfalen und der erste von bisher 14 Nationalparken in Deutschland, der „mit der Bevölkerung und nicht gegen sie” ausgewiesen wurde, freute sich Umweltministerin Bärbel Höhn über das in Rekordzeit gelungene Gemeinschaftswerk.

Damit ist der Naturschutz in der Region verankert und soll ihr touristischen Aufschwung geben. Optimisten rechen mit zwei Millionen Besuchern jährlich und 1000 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Umfeld des Parks.

Spektakuläre Aktion

Bei typischem Eifelwetter bildete die spektakuläre Geschenkband-Aktion den Rahmen für das Nationalparkfest. Rund 80 Wanderer des Eifelvereins umzingelten die 100 Kilometer lange Grenze des Parks mit buntem Band, auch wenn die Aktion an diesem grauen Januartag leider ein wenig verblasste.

Eine lange Liste von Rednern stimmte ein in die allgemeine Begeisterung für den Nationalpark. Aber noch sind 40 Prozent des Gebietes in militärischer Hand: bis Ende 2005. Erst dann ziehen die belgischen Militärs ab. Danach werden Sperrgebiet und Ordensburg Vogelsang frei gegeben.

Bärbel Höhn ließ sich mitreißen von der „Aufbruchstimmung” in der Eifel, auf die sich „die bewundernden und erstaunten Blicke anderen Regionen” richteten, die ebenfalls Nationalparke ausweisen wollten. Das Geheimnis des Erfolges sei, dass das Projekt „mit den Menschen” umgesetzt worden sei.

Regierungspräsident Jürgen Roters in seiner Funktion als Vorsitzender des Fördervereins Nationalpark Eifel, sah in dem Projekt auch „ein Stück Friedensarbeit für die Natur.”

Eberhard Henne, Vorsitzender von „Europarc” und Kenner aller 14 Parke in Deutschland, meinte, dass die Chancen, die ein Nationalpark biete, in der Region richtig erkannt worden seien.

Bernd Gentges, Minister für Tourismus der deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgiens, sah im Nationalpark das gemeinsame Anliegen einer großen Region umgesetzt: „Jetzt kann die Natur machen, was sie will”, spielte er auf die Umwandlung von der Fichten-Monokultur in einen Buchen-Urwald und die Tatsache an, dass 75 Prozent des Gebietes sich selbst überlassen werden.

Mit einer gelungenen symbolischen Aktion wurde der Festtag für die Natur und die Region dann beendet, indem Bärbel Höhn als Abschluss der Geschenkband-Aktion Anfang und Ende verknüpfte.