Autobahnkreuz Aachen: Umbau soll Ende 2020 fertig werden

Dauerbaustelle auf der Zielgeraden : Das neue Aachener Kreuz soll 2020 fertig sein

Das Autobahnkreuz Aachen ist eine Dauerbaustelle. Doch ein Ende kommt in Sicht – zumindest, wenn man den Worten von Projektleiter Ernst Gombert vom Landesbetrieb Straßenbau.NRW Glauben schenkt. Bis Ende 2020 soll das neue Kreuz fertig sein.

Jetzt wurde der nächste große Schritt getan: Für den „Überflieger“ wurden in den Nächten zu Mittwoch und Donnerstag die ersten Stahlteile angeliefert.

Der „Überflieger“ ist die Brücke, die den Verkehr der A4 aus den Niederlanden kommend über die A544 ins Kreuz hineinleitet. Der neue „Überflieger“ wird direkt neben dem alten gebaut, unterscheidet sich aber in einigen Punkten. Zum einen wird die neue Brücke vierspurig gebaut, auf der jetzigen sind nur zwei Fahrstreifen verfügbar. Dafür wird die neue Brücke 23 statt 16 Meter breit. Sie wird außerdem 172 Meter lang und damit nochmals um etwa 39 Meter länger als das alte Bauwerk.

Trotz der größeren Dimensionen könne die neue Brücke wie bisher nur auf insgesamt fünf Punkten ruhen, erklärt Gombert. Damit die schlanken Pfeiler, insbesondere der Pfeiler auf dem Mittelstreifen der A544, die hohen Kräfte aufnehmen können, wurden etliche Bohrpfähle in den Untergrund getrieben. Der Oberbau und das Fundament werden im Inneren der Pfeiler über Spannseile miteinander verspannt.

Die Stahlträger werden nun per Schwertransport angeliefert – mit bis zu 170 Tonnen Transportgewicht. Insgesamt 23 Transporte sind dazu nötig, teils weit über 40 Meter lang. Produziert werden die Teile an drei Standorten: Die drei Querträger stammen aus Ocquier in Belgien, zwei Endquerträger sowie Teile der insgesamt zwölf Längsträger aus Hosena in Südbrandenburg und aus Sande in Friesland. Die Bauteile werden auf der Baustelle  zusammengeschweißt. „Ab Anfang November können die Querträger aufgelegt werden“, sagt Gombert. Dazu sei ein großer Kran erforderlich. Die Längsträger würden anschließend vom Vormontageplatz an die Brücke gefahren und mit zwei Mobilkränen auf die zuvor verspannten Querträger gehoben.

Keine Änderung der Fahrspuren

Ursprünglich war gar nicht geplant, dass die Brücke der A4 neu gebaut werden sollte. „Mit dem Umbau des Aachener Kreuzes sollte der ‚Überflieger’ seinerzeit zunächst nicht angerührt werden“, sagt Gombert. Doch weil sich eine Sanierung nicht rechnete, wurde im Mai 2012 entschieden, dass die alte Brücke abgerissen werden und eine neue gebaut werden muss.

Trotz der Baumaßnahmen werden die Fahrspuren laut Gombert in nächster Zeit nicht groß anders geleitet. Auf der A544 könne es durch den Überfliegerbau aber immer wieder zu gewissen Einschränkungen kommen, wenn die Stahlträger verschweißt oder die Querträger mit einem Kran aufgelegt werden. Dann müssten einzelne Spuren gesperrt werden. Das betreffe laut Gombert aber nur geringe Bereiche und erfolge vorwiegend nachts.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Erste Stahlteile für den „Überflieger“ der A4 geliefert

(ck/bwi)
Mehr von Aachener Zeitung