Autobahn A4 nach Unfall ab Aachener Kreuz gesperrt, langer Stau

Aachen-Laurensberg : Fahrer aus Laster geschleudert, A4 sechs Stunden lang gesperrt

Den Einsatzkräften bot sich ein schreckliches Bild, als sie am Donnerstagmorgen die Unfallstelle auf der Autobahn 4 unmittelbar vor dem Grenzübergang zu den Niederlanden in Vetschau erreichten. Ein Kleinlaster war dort um kurz vor 9 Uhr aus bisher ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und mit dem Pfosten einer Schilderbrücke kollidiert.

Der 24-jährige Belgier war mit seinem Transporter in Richtung Heerlen unterwegs, als er aus noch ungeklärten Gründen zwischen der Anschlussstelle Aachen-Laurensberg und dem Grenzübergang Vetschau nach links von der Fahrbahn abkam. Der Mercedes-Benz Sprinter touchierte mit dem Frontbereich die Mittelschutzplanke. Diese wurde niedergedrückt, sodass sich das Fahrzeug auf die Schutzplanke schob. Anschließend rutschte der Transporter über die Planken, überschlug sich und wurde gegen den linken Mast einer Schilderbrücke katapultiert. Danach schleuderte das Fahrzeug zurück auf die Fahrbahn. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Fahrer aus dem Transporter geworfen.

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: dmp-Press

Die Trümmer verteilten sich rund 50 Meter über die Fahrbahn, sogar der Motorblock wurde bei dem Aufprall aus dem Fahrzeug gerissen und meterweit über den Asphalt geschleudert. Das Fahrzeug selbst kam schließlich auf der Seite liegend zum Stehen.

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: dmp-Press

Rettungshubschrauber im Einsatz

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: dmp-Press

„Um 8.51 Uhr wurde uns der Unfall gemeldet“, berichtete Lothar Albrecht vom Lagedienst in der Leitstelle. Sofort seien der Rüstzug Bergung sowie zwei Rettungswagen und zwei Notärzte — einer davon kam mit dem Rettungshubschrauber zur Unfallstelle — ausgerückt. „Dabei hatten wir massive Probleme, die Unfallstelle zu erreichen“, sagte Albrecht, da die Fahrzeuge im Rückstau keine Rettungsgasse gebildet hätten. „Die mussten sich die Kollegen erst mühsam erkämpfen.“

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: dmp-Press

Vor Ort angekommen, wurde der lebensgefährlich Verletzte versorgt und anschließend mit dem Rettungswagen ins Klinikum gebracht. Die Unfallstelle wurde gesichert, Sichtschutzwände wurden zur Gegenfahrbahn hin aufgebaut und die Autobahn in Fahrtrichtung Niederlande komplett gesperrt. Obwohl auch die Zufahrt Aachen-Laurensberg kurz darauf gesperrt wurde, bildete sich sofort ein mehr als sechs Kilometer langer Rückstau bis zum Autobahnkreuz — und das bei Außentemperaturen von weit mehr als 30 Grad in der prallen Sonne auf heißem Asphalt.

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: Holger Richter

„Wir hatten eine Einsatzeinheit vor Ort mit zwölf Mann, die einen Versorgungseinsatz vorbereitet haben“, berichtete Lothar Albrecht. Die im Stau Wartenden sollten mit kalten Getränken und Snacks versorgt werden. Aber dazu sei es letztlich nicht gekommen, „da die Polizei den Verkehr schließlich doch an der Unfallstelle vorbeiführen konnte“.

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: Holger Richter

Länger als zwei Stunden im Stau

Der Transporter wurde bei dem Unfall völlig zerstört, auf der Autobahn blieb ein Trümmerfeld zurück. Foto: Holger Richter

Da war es allerdings schon etwa 11.20 Uhr, so dass die Wartenden bis dahin schon zum Teil länger als zwei Stunden im Stau gestanden hatten. Von Zwischenfällen war Lagedienstführer Albrecht allerdings nichts bekannt.

Die Autobahn blieb aber bis zum späten Nachmittag gesperrt. Das Unfallaufnahmeteam untersuchte die Unfallstelle unter anderem mit einem Hubschrauber, da wegen des Zustands des Unfallwracks laut Autobahnpolizei zunächst nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich vielleicht noch weitere Personen im Fahrzeug befunden haben könnten.

Es gab auch Auswirkungen auf den Verkehr neben der Autobahn. Zeitweise staute es sich auf der A44 vor dem Aachener Kreuz aus beiden Richtungen. Auch kam es auf der Kohlscheider Straße rund um die gesperrte Autobahn-Anschlussstelle Laurensberg zu Staus und Verkehrsbehinderungen sowohl in Richtung Aachen als auch bis nach Kohlscheid zurück.

Zudem versuchten etliche Lkw- sowie Pkw-Fahrer, die von der Sperrung im Radio gehört hatten, über Alt-Richterich und Horbach in Richtung Niederlande zu fahren, was in den engen Ortsdurchfahrten dort für Probleme sorgte. Auch auf der Vaalser Straße und auf Teilen des Alleenrings staute es sich aus dem gleichen Grund. Verstopft waren auch die Autobahn A544 in Richtung Europaplatz sowie Prager Ring und umliegende Straßen.

Insgesamt waren 37 Feuerwehrleute von der Aachener Berufsfeuerwehr sowie der Freiwilligen Feuerwehr in Laurensberg, acht Rettungskräfte sowie die zwölf Mann der Einsatzeinheit vor Ort.

Die aktuelle Verkehrslage sehen Sie auf unserer Staukarte: